Tausende Facebook-Anzeigen russischer Trollfabrik veröffentlicht

Die US-Demokraten des Geheimdienstausschusses haben über 3.500 gesponserte Facebook-Beiträge der russischen Trollfabrik "Internet Research Agency" veröffentlicht. Mit den zielgerichteten Anzeigen sollte Donald Trump bei der Wahl unterstützt werden.

Von Jan Treber

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Mit den Werbeanzeigen auf Facebook wurde vor allem im Vorfeld der Wahl klar gegen Hillarry Clinton Position bezogen.   Foto: Screenshot

Einige der Beiträge waren bereits bekannt. Die schiere Masse des nun vorliegenden Materials ergibt jedoch noch einmal ein besseres Bild des Vorgehens der "Internet Research Agency" (IRA). Insgesamt 3.519 bezahlte Werbeanzeigen der russischen Trollfabrik veröffentlichte jetzt die demokratische Fraktion des US-Geheimdienstausschusses. Für den Großteil soll mit russischem Rubel bezahlt worden sein. Die Beiträge zeigen, wie gut die Verfasser über die amerikanische Innenpolitik informiert waren. So thematisierten die Anzeigen meist polarisierende Felder wie etwa Waffenregulierung, Gender, Religion, Immigration, Rassismus und Polizeigewalt. Die Beiträge richtete die IRA zielgerichtet an konservative wie liberale Facebook-Nutzer. Im Vorfeld der Wahl wurde dann, je nach Zielgruppe, für die Wahl Donald Trumps geworben oder demokratisch geneigten Facebook-Nutzern vom Wählen abgeraten.

Die Demokraten veröffentlichten die insgesamt rund neun Gigabyte an Daten in Zip-Dateien, die die Quartale aus den Jahren 2015 bis 2017 repräsentieren. Mit den Anzeigen lassen sich die russischen Manipulationsversuche nachvollziehen, die US-Sonderermittler Robert Mueller schon im Februar dargelegt hatte. Gepostet wurden die Anzeigen auf etwa 500 Facebook-Seiten, die eigens dafür angelegt wurden. Die Trolle waren mit ihren spaltenden Beiträgen äußerst erfolgreich und die Seiten lockten eine immer größere Leserschaft an. Wie die Demokraten auf ihrer Webseite schreiben, erreichten die Inhalte rund 126 Millionen US-Amerikaner.

Rubrik Computer - Internet

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Die Anzeigen hatten häufig Immigration zum Thema.   Foto: Screenshot
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Viele der Anzeigen schüren Ängste vor dem radikalen Islam.   Foto: Screenshot