Sandberg: "Wissen nicht, welche Daten Cambridge Analytica hatte"

Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg hat bei einer Konferenz eingeräumt, man wisse noch immer nicht genau, welche Daten mit Cambridge Analytica geteilt wurden.

Von Jan Treber

201826_329084_1_048.jpg
Zuletzt wurde Facebook-Chef Mark Zuckerberg von US-Kongress und EU-Parlament befragt.   Foto: Facebook

Monate nach dem Datenskandal weiß Facebook noch immer nicht genau, welche Daten an das britische Unternehmen Cambridge Analytica gegangen sind. Dies räumte Geschäftsführerin Sheryl Sandberg bei einer Konferenz des IT-Blogs Recode ein: "Bis heute wissen wir nicht genau, welche Daten Cambridge Analytica hatte." Zuletzt war man beim sozialen Netzwerk von bis zu 87 Millionen betroffenen Nutzern ausgegangen, darunter auch Deutsche. Man betonte aber, dies sei eine Schätzung. Zuletzt hieß es überraschend, "möglicherweise" seien europäische Facebook-Nutzer doch nicht betroffen gewesen.

Die Überprüfung von Cambridge Analytica durch Facebook ist derzeit aufgrund Ermittlungen britischer Datenschutzbehörden unterbrochen. Es ist nicht unwichtig, um welche Daten es sich genau handelte. Die Sache ist ein Politikum: Möglicherweise können die Daten Rückschlüsse darauf zulassen, welche Rolle Facebook im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2016 gespielt hat. Zuletzt wurde Mark Zuckerberg sowohl vor dem US-Kongress als auch vom europäischen Parlament zu dem Datenskandal befragt, bislang ohne Konsequenzen für das Unternehmen. "Wir haben uns entschuldigt, aber darum geht es nicht. Es geht darum, wie wir handeln", erklärte Sandberg auf der Recode-Konferenz. Unter anderem hat Facebook den Zugriff auf Profildaten durch Entwickler externer Apps eingeschränkt.

Rubrik Computer - Internet

201826_329084_2_048.jpg
Facebook steht seit Monaten wegen des Datenskandals um das britische Unternehmen Cambridge Analytica unter Druck.   Foto: Creative Commons Zero (CC0)