Kalter Krieg mit Logins

Snapchat stellt mit "Snap Kit" eine Reihe von Entwickler-Tools für Drittanbieter vor. Vor allem eine Funktion lässt die Tech-Branche aufhorchen: Mit einem Login-Service stößt Snapchat in neues Gebiet vor und greift Facebook damit direkt an.

Von Oliver Kohlmaier

201828_329500_1_048.jpg
Mit einer Login-Funktion greift Snapchat Facebook direkt an.   Foto: Creative Commons Zero (CC0)

Facebook befindet sich in der größten Krise seit Bestehen des Unternehmens. Das ruft natürlich auch Konkurrenten auf den Plan. Nun hat mit Snapchat einer der wichtigsten Wettbewerber den bisher größten direkten Angriff auf Facebook gestartet. Mit "Snap Kit" öffnet sich der vor allem bei jungen Menschen beliebte Messagingdienst zunehmend für Entwickler. Eine Funktion sticht dabei ganz klar hervor: Mit "Login Kit" können Entwickler einen Login über das Snapchat-Konto integrieren - ähnlich der Schaltfläche "Mit Facebook einloggen", die man überall im Internet sieht.

Die privaten Daten der Nutzer seien allerdings sicher, betonen zumindest die Snapchat-Verantwortlichen, ohne dabei den Konkurrenten Facebook beim Namen zu nennen. Offenbar soll der Dritt-App lediglich den Nutzernamen und, optional, den sogenannten Bitmoji-Avatar erfahren. Alle weiteren Daten verbleiben auf den Snapchat-Servern. Wird der Dienst länger als 90 Tage nicht verwendet, soll die Verbindung der Accounts automatisch gekappt werden.

Ob Snapchat Facebook mit der Offensive in Bedrängnis bringen wird, ist fraglich. Der Messenger ist zwar vor allem in der wichtigen jungen Zielgruppe beliebter als Facebook. Dennoch steigen die Nutzerzahlen nicht schnell genug und viele Analysten sind skeptisch, ob das Geschäftsmodell des Unternehmens eine Zukunft hat.

Rubrik Computer - Internet