Wahre Musikfans gehen zum Rock Hard Festival

Gelsenkirchen  Das Rock Hard Festival soll von 29. bis 31. Mai stattfinden. Geboten wird ein abwechslungsreiches Programm in einer einzigartigen Location.

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Wo wahre Musikfans hingehen

Eine Bühne, maximal 7000 Besucher, das alles im gediegenen Rahmen eines Amphitheaters − drei Alleinstellungsmerkmale des Events. Fotos: Rock Hard

Seit 2017 ist Marc Rabah Stammgast beim Rock Hard Festival (RHF). Und auch in diesem Jahr will der 47-Jährige im Gelsenkirchener Amphitheater am Start sein − insofern das Festival von 29. bis 31. Mai trotz Coronavirus stattfinden kann. "Die Macher haben ein gutes Händchen für eine ausgewogene Mischung", sagt der Heilbronner. Damals sei ein Freund von ihm ins Ruhrgebiet gezogen, das habe man zum Anlass genommen, zusammen aufs RHF zu gehen. "Seitdem ist der Termin fest im Kalender verankert." Außerdem, so Rabah, seien die Menschen im Ruhrgebiet sehr herzlich − und würden Süddeutsche auch mal abseits des Festivals durch den Pott führen.

Heavy Metal in all seinen Facetten begleitet Marc Rabah schon über drei Dekaden. Leider habe sich in den vergangenen Jahren auf dem Live-Sektor aber eine gewisse Eintönigkeit breit gemacht, da auf vielen Festivals dieselben Bands zu hören seien. Und auch mit einer matschigen Wiese als Spielstätte kann er sich nur bedingt anfreunden. Rabah: "Aber das Amphitheater, direkt am Rhein-Herne-Kanal, ist fantastisch. Und das Catering ist auch klasse. Man merkt, dass sich die Veranstalter das ganze Jahr mit der Szene beschäftigen."

Viele Stilrichtungen

In seiner jetzigen Form fand das RHF erstmals 2003 statt. Anlass damals: der 20. Geburtstag des gleichnamigen, in Dortmund angesiedelten Fachmagazins. Dessen Verleger Holger Stratmann weiß um die Besonderheit des dreitägigen Events. "Es ist schließlich das einzige Festival in Deutschland, das von einer Musikredaktion kuratiert wird." Da müsse das Programm stimmen, schließlich habe das Rock Hard einen Ruf zu verteidigen. "Unser Ziel ist, Bands aufzubieten, die man nicht an jeder Straßenecke zu hören bekommt", betont der 54-Jährige im Gespräch mit der Heilbronner Stimme. Auch Genregrenzen spielen kaum eine Rolle − so folgt beim RHF im Lauf eines Tages Hard Rock auf Thrash Metal, Prog auf Death Metal, Episches auf Groove Metal. Da nur eine Bühne zur Verfügung steht, sind die bis zu 7000 Besucher praktisch "gezwungen", sich auch Combos anzuhören, um die sie sonst eventuell einen Bogen gemacht hätten. Dieses Konzept kommt an: In den vergangenen Jahren war das Festival stets (nahezu) ausverkauft.

Wo wahre Musikfans hingehen

Die ansteigenden Zuschauerränge im ? Amphitheater sind eine Besonderheit des Festivals.

Volles Risiko

Doch auch beim RHF war aller Anfang schwer. So erwies sich das auf einem ehemaligen Bundesgartenschau-Areal gelegene Amphitheater zwar als reizvolle, aber logistisch anspruchsvolle Location. Die Festival-Premiere floppte mit gerade mal 3500 Zahlenden − trotz Top-Acts wie Saxon, Doro, Blind Guardian und In Flames. "Zu Beginn haben wir große Verluste angehäuft", erzählt Stratmann. Erst nach vier bis fünf Jahren seien Gewinne erwirtschaftet worden. Einfach aufzugeben sei aber zu keiner Zeit eine Option gewesen − trotz des Risikos. "Wenn wir uns etwas in den Kopf gesetzt haben, probieren wir es so lange, bis es funktioniert. Das zeichnet uns ein Stück weit auch aus." Von diesem Durchhaltewillen haben letztlich auch die Fans profitiert, denn sie konnten beim RHF in den vergangenen Jahren Künstler wie Ronnie James Dio, Gojira, Volbeat, Cannibal Corpse oder Sabaton erleben. Aus nächster Nähe − beim RHF kann das Fernglas getrost zu Hause gelassen werden. "Auch das Drumherum kommt bei unseren Besuchern prima an", sagt Holger Stratmann. Dazu zählten neben sauberen Toiletten und Duschen auf dem Campingplatz auch der gemütliche Biergarten, in dem sich Gäste beim Kaltgetränk entspannt unterhalten können. Seit 2019 findet zudem ein künstlerisches Beiprogramm statt − mit Lesungen, Ausstellungen, DJ-Sets und mehr. "Hervorzuheben ist auch, dass es immer friedlich zugeht", so Stratmann weiter. "Sanitäter haben praktisch nie etwas zu tun."

Künstler 2020

Neben den Metal-Heroen Accept und den Publikumslieblingen Sacred Reich gehören zum Line-up unter anderem auch Heathen sowie Psychotic Waltz, Axxis, Blue Öyster Cult, Insomnium, Grave Digger, Alcest und Phil Campbell And The Bastard Sons, die Songs von Motörhead zocken werden. Eine bunte Metal-Mischung, die junge und ältere Semester gleichermaßen ansprechen soll. Und das zu einem sozialverträglichen Ticketpreis von rund 100 Euro. Holger Stratmann: "Im Ruhrpott musst du aufpassen, dass es bezahlbar bleibt. Ein hochpreisiges Festival würde nicht in die Region passen."

Bands/Running Order/Tickets: www.rockhardfestival.de

 

Alexander Rülke

Alexander Rülke

Stv. Ressortleiter Leben und Freizeit

Alexander Rülke ist im Ressort Leben und Freizeit für die Sonderveröffentlichungen des Medienunternehmens zuständig. Dazu gehören unter anderem das Wochenendmagazin Freizeit sowie die Autostimme. Der gebürtige Heilbronner interessiert sich für alle Neuigkeiten auf vier Rädern und ist in der Redaktion zudem Ansprechpartner für Themen rund um Heavy Metal.

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