Neue Deutsche Weinkönigin aus Württemberg

Neustadt/Weinstraße  Carolin Klöckner aus Vaihingen/Enz hat es tatsächlich geschafft. Die amtierende Württemberger Weinkönigin wurde am Freitagabend zur 70. Deutschen Weinkönigin gewählt. Damit geht die Krone erstmals seit 32 Jahren an eine Württembergerin.

Von Kilian Krauth

Wahl der 70. Deutschen Weinkönigin
Carolin Klöckner, Württemberg, ist die 70. Deutsche Weinkönigin und steht auf der Bühne.   Foto: Andreas Arnold (dpa)

„Caro, Caro, Caro!“ Auf den Rängen des Saalbaus in Neustadt an der Weinstraße ging es phasenweise zu wie im Stadion. Die Fangemeinde aus Vaihingen/Enz tat sich unter den 800 Besuchern besonders hervor: durch Caro-Rufe, karierte Fahnen und Parolen wie „Kenner wählen Württemberger“. Die Anhänger von Carolin Klöckner sollten tatsächlich Recht behalten. Die amtierende Württemberger Weinkönigin wurde am Freitagabend am Ende einer Spielshow von 70 Jurymitgliedern zur 70. Deutschen Weinkönigin gewählt. Der begehrte Titel ging damit erstmals seit 32 Jahren wieder ins Schwabenland; zuletzt erfolgreich waren 1976/1977 Friedlinde Gurr (Untergruppenbach), 1983/1984 Carola Geiger (Kaiser) (Grantschen) und 1986/1987 Helga Drauz (Heilbronn).

Drei Krönchen für tolles Trio

Wahl zur Deutschen Weinkönigin 2018
So sehen Siegerinnen aus: Der neuen Deutschen Weinkönigin Carolin Klöckner (Mitte) zur Seite stehen die Prinzessinnen Inga Storck (rechts) aus der Pfalz und Klara Zehnder (links) aus Franken. Foto: DWI   Foto: Deutsches Weininstitut

„Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll,“ murmelte die sonst so eloquente 23-Jährige, als die Chefin des Deutschen Weininstituts, die aus Aalen stammende Monika Reule, gegen 22.30 Uhr einem „tollen Trio“ die Kronen reichte. Carolin zur Seite stehen die Prinzessinnen Inga Storck (Pfalz) und Klara Zehnder (Franken). Die Hoheiten mussten Wissenstests bestehen, spontane Reden halten und Weine besprechen. „Carolin überzeugte vor allem durch ihre Natürlichkeit und Lockerheit, aber auch mit Charme und Souveränität“, sagte Reule.
 
Landwirtschaftsministerin würdigt Kandidatinnen

Nicht verwandt oder verschwägert ist Carolin Klöckner mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), die sich bei der Wahlgala wie „Queen Mum“ fühlte, da einige der sechs Kandidatinnen in dem Jahr zur Welt kamen, als sie selbst die deutsche Winzerkrone trug. Sie sprach von „ tollen jungen Frauen, die die Balance zwischen Tradition und Moderne, zwischen Heimat und großer weiter Welt mit viel Leichtigkeit beherrschen“. 

Besuch beim Heilbronner Weindorf

In der Nachfolge von Katharina Staab (Nahe) wird Carolin Klöckner den deutschen Wein in den kommenden zwölf Monaten bei gut 200 Anlässen in aller Welt repräsentieren, wo ihr ihre perfekten Englischkenntnisse zugute kommen dürften. Geboren in Offenbach am Main, lebte sie sechs Jahre lang in den USA, bevor ihre Familie nach Vaihingen/Enz zog.

Wie sie im Frühjahr bei der Stimme-Wein-Quiz-Tour und jüngst beim Heilbronner Weindorf sagte, trinke sie am liebsten Lemberger. „Er schmeckt für mich wie Württemberg und verdeutlicht das Potential deutscher Rotweine,“ sagte sie damals der Stimme. Im Stile einer „Staatsfrau“ betonte Klöckner gleichzeitig, „Wein ist Kulturgut und Kunstwerk zugleich“, die Leidenschaft, Innovationsfreude und Kreativität der deutschen Winzer sei enorm. Ihr Studium der Agrarwissenschaften in Hohenheim werde jetzt erstmal ruhen, auch für die Hobbies, Reiten, Kochen und Gemüseanbau, bleibe wohl weniger Zeit. Gleichzeitig freut sich die dynamische Weinkönigin, „das deutsche Winzerhandwerk weltweit bekannter zu machen“.