Game of Thrones-Finale: So könnte es ausgehen

TV-Serie  Showdown um dem Eisernen Thron: Dieses Wochenende endet das Fantasy-Epos Game of Thrones. Wer stirbt? Wer überlebt? Wer sichert sich die Königsherrschaft? Darüber kursieren viele Theorien – auch in unserer Redaktion. Achtung, Spoiler.

Von unserer Redaktion
Game of Thrones
Das war's mit Game of Thrones. In der Nacht auf Montag wird die letzte Folge ausgestrahlt. Foto: Handout/Sky/dpa

Nach acht Jahren ist nun endgültig Schluss. In der Nacht auf Montag wird die letzte Folge der preisgekrönten TV-Serie Game of Thrones ausgestrahlt. Der Hype um Jon Schnee, Arya Stark, Daenerys Targaryen und Co. ist riesig, die Faszination für das Fantasy-Spektakel unter dessen Anhängern ebenso. In den Medien, sozialen Netzwerken und Fanforen wird stets jede Episode ausgiebig auseinandergenommen – und natürlich eifrig darüber diskutiert, wie alles enden wird. Hier die Vorschläge aus unserer Redaktion:  


Uwe Ralf Heer, Chefredakteur: Wer will schon auf den Eisernen Thron ...

OK, ich muss es zugeben, ich habe seit der ersten Staffel alle Folgen angeschaut. Was heißt angeschaut. Jede Folge aus jeder Staffel mehrfach. Und bei „Game of Thrones“ gibt es ja nur bedingungslose Fans oder kopfschüttelnde Nicht-Zuseher. Wenn mal wieder gefoltert, gemordet oder intrigiert wird, dann muss ich das ganz alleine ertragen, weil meine Frau kopfschüttelnd das Weite sucht. Nachdem in der letzten Folge alles in Schutt und Asche gelegt worden ist, mal wieder ein paar mehr oder weniger wichtige Figuren ihr Leben gelassen haben, bleibt vor der letzten Episode alles offen.

Da die Drachenmutter Daenerys mit dem Abfackeln von Königsmund samt dem Töten vieler Unschuldiger alle Sympathien verspielt hat, dürfte sie in der letzten Folge das Zeitliche segnen. Läuft also alles auf Jon Schnee, einen der einzig verbliebenen Sympathieträger hinaus? Der beging jedoch in der völlig überfrachteten finalen Staffel so viele Fehler, dass er sich für den Eisernen Thron disqualifiziert hat – und ihn ja auch gar nicht will. Bleibt noch Überlebenskünstlerin Arya Stark. Mein Tipp: Sie tötet erst die Drachenmutter und macht damit den Weg frei für ihre Schwester Sansa Stark, die den Thron besteigen wird. So oder ganz anders dürfte es am Montag ausgehen ...

 

 


Bettina Lieweries, Redaktionsassistentin: Der Drache überlebt

In den ersten Folgen ging es für meinen Geschmack doch etwas zu blutrünstig zur Sache. Nachdem auch noch Hund und Pferd unnötigerweise getötet wurden, war das für mein tierliebes Herz fast zu viel. Doch schnell zog mich das Spiel um Krieg, Macht, Sex und Intrigen auf diesem fremden, faszinierenden Kontinent Westeros in seinen Bann. In so mancher Szene hielt ich mir schützend ein Kissen vors Gesicht. Trotzdem, oder vielleicht genau deshalb, fieberte ich irgendwann jeder neuen Folge entgegen. Ich musste doch unbedingt wissen, wie es in den sieben Königslanden, in den Adelshäusern der Starks, der Lennisters, der Baratheons und der Targaryens weiter ging.

In der vorletzten Folge konnte Drachenmutter Daenerys Targaryen, die grandios von Emilia Clarke gespielt wird, ihre Wut und ihren Machthunger nicht zügeln und vernichtete die ganze Stadt.

Ich wünsche mir für die finale Folge, dass keine Fragen offen bleiben. Dass Daenerys mit der Schuld, so viele Menschen getötet zu haben, nicht mehr leben kann und sich selbst umbringt. So bleibt das dann vielleicht dem armen Jon erspart. Ach ja, der Drache lebt ja auch noch. Ich bin gespannt, wie alles endet, und freue mich auf die letzte Folge.


Michael Dauenhauer, Layoutchef: Der Kleinste wird zum Größten

Ehrlicherweise bin ich kein Fan der ersten Stunde. Lief die letzten Jahre eine neue „Game of Thrones“-Staffel an, prallten die Ratschläge aus dem Freundes- und Familienkreis, die Serie zu schauen, einfach an mir ab. Ich war mit anderen Serien von Netflix und Co. mehr als ausgelastet und (Frei-)Zeit ist bekanntlich nun mal endlich.
Schlussendlich hat meine Freundin – zum Glück – so lange auf mich eingeredet, bis ich nachgab. Und hey, seit November haben wir alle bisherigen Staffeln förmlich aufgesaugt. Das hat sich nahtlos in der aktuellen Staffel fortgesetzt. Jede Folge wurde im heimischen Wohnzimmer in einer Gruppe geschaut und danach ausdiskutiert.

Nach der letzten „feurigen“ Folge setze ich im Finale voll auf Arya Stark. Sie wird ihren „Bruder“ Jon Schnee rächen, der nach einem heftigen Streit mit Tante Deanerys vom Drachen gegrillt wird. Trotzdem landet Tyrion als ehemalige Hand von Daenerys auf dem Eisernen Thron. Sansa Stark wird Wächterin des Nordens. Und Arya? Tja Arya versöhnt sich mit Gendry und wandert mit ihm nach Braavos aus. Dort beerbt sie im Haus von Schwarz und Weiß Jaqen H’ghar. Sie bildet dann bis an ihr Lebensende weitere Menschen aus, „Niemand“ zu werden.

 

 


Renate Dilchert, Redakteurin: Das Happy End fällt aus

Es kann nur einen geben: Jon Schnee war mein König, seit die Vaterfigur Ned Stark früh und unerwartet den Kopf verlor. Der Bastard von Winterfell: ein trauriger Held, der sich auf dem Schlachtfeld immer verirrt. Und, sehr frei nach Goethes Faust: Er ist Teil der Kraft, die stets das Gute will und Böses schafft. Deshalb wird es wohl nichts mit dem Eisernen Thron. Denn in dieser Serie kommt nichts so wie erwartet.

Sucht hat sehr viel mit Gewöhnung zu tun: Die ersten Staffeln habe ich noch weitgehend mit dem Kopf unter der Sofadecke gehört, jetzt kann ich, nein, will ich das Drama mit ansehen: Während der Drache wie eine flammende Sense Königsmund in epischen Bildern niedermäht, wird wieder mal eine Menge Personal entsorgt – überraschenderweise sind alle potenziellen Thronanwärter aber noch übrig. Meine Theorie: Arya wird zu Gendry zurückkehren. Sansa wird als Königin des Nordens eine neue Mauer im Süden bauen: Denn dort regiert Königin Daenerys Targaryen, Sprengerin der Ketten und dem Wahnsinn verfallen, die verbrannte Erde. Sie lässt Jon Schnee durch den letzten Drachen hinrichten – der damit sein eigenes Leben aushaucht, weil Jon „sein“ Targaryen war. Ein Happy End können wir jedenfalls vergessen.

 

 


Christopher Dieterich, Redaktionsgrafiker: Ein König, der keiner sein wird

Durch einen Tipp aus dem Freundeskreis schaue ich die Serie eigentlich seit Beginn der Ausstrahlung in Deutschland. Der Kampf der Familien um die Macht in Westeros und die vielen interessanten und spannenden Charaktere, bei denen oft nicht davor zurück geschreckt wird, diese urplötzlich und unvorhergesehen umkommen zu lassen, ziehen einen schnell in den Bann. Hinzu kommen die visuellen Effekte, die von Staffel zu Staffel immer weiter gesteigert wurden. Wenn in der Serie dann auch noch Landschaften auftauchen, die man im Island-Urlaub selber erleben konnte, steigert das die Begeisterung umso mehr.

Mein Tipp zur letzten Folge: Nach dem verheerenden Massaker in Königsmund, ausgelöst durch die selbsternannte (und nunmehr irre) Königin Daenerys Targaryen, wird diese das Ende der Serie wohl kaum erleben. Jon Targaryen-Stark-Schnee als nun rechtmäßiger Thronfolger beschließt, dass fortan die Zeit der Könige vorbei sein soll und vereint den Kontinent friedlich, indem er ein freies Westeros ausruft und die verbleibenden Häuser nur sich selbst und deren Territorien regieren lässt. Der Kreis schließt sich so: Der Thron wurde von einem Targaryen erschaffen und auch wieder von einem abgeschafft.


Patricia Okrafka, Redakteurin: Alle Menschen müssen sterben

Die Serie hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen. So sehr, dass ich bis auf die aktuelle Staffel alle Folgen nochmal angeschaut habe. GoT deckt einfach alles ab: Action, Fantasy, Liebe, Hass, Eifersucht – das volle Spektrum. Die Achterbahn der Gefühle hat mich nach der Roten Hochzeit sogar so weit gebracht, dass ich die Serie nicht weiterschauen wollte. Offensichtlich habe ich das nicht durchgehalten, ich musste einfach weiterschauen. Das Beste ist jedoch, wie sich die Charaktere mit der Zeit entwickelt haben. Und, dass auch mal der Held stirbt. Oder Helden. So etwas gab es zuvor in Serien nicht.

Deshalb glaube ich beim Staffelfinale auch nicht an ein Happy End. Aber Westeros ohne einen Herrscher? Unvorstellbar. Irgendeiner muss ja auf dem Thron sitzen – wenn er noch existiert. Und weil auf Daenerys aus dem Hause Targaryen, die Erste ihres Namens, Königin von Meereen, Königin der Andalen, der Ersten Menschen und der Rhoynar, Regentin der sieben Königslande, Beschützerin des Reiches und Mutter der Drachen, kein Verlass mehr ist, glaube ich nicht, dass sie es sein wird. Der bessere Herrscher ist und bleibt Aegon Targaryen, besser bekannt als Jon Schnee. Aber was auch immer in der letzten, allerletzten Folge geschieht: Valar morghulis.


Melanie Müller, Stimmt!-Schreiberin: 4052 Minuten GoT in 14 Tagen

Seit mehreren Jahren waren meine Freunde bereits von „Game of Thrones“ gebannt. Mich hat das Fieber erst vor zwei Wochen gepackt. Allerdings habe ich jetzt schon aufgeholt, was erst gar nicht so geplant war. Aber das Bedürfnis, nach jeder Folge mehr zu wollen, war von Beginn an präsent. 

Was „Game of Thrones“ von anderen US-Serien abhebt, ist die Thematik des Sterbens. Im Verlauf gibt es viele Todesfälle und schreckliche Szenarien wie die Rote Hochzeit – die allerdings gerechtfertigt sind, um die Story voranzutreiben. Der Plot des Kriegs mehrerer Adelshäuser, um die größte Macht zu erreichen, wirkt zunächst sehr klischeehaft. Die Serie mischt jedoch ihre nüchternen Gewalthandlungen mit fantastischen Aspekten. „Game of Thrones“ ist für mich eine gelungene Vereinigung von Realität und Fantasy, die mit effektiv eingesetzten Schockmomenten und „Wow“-Effekten überzeugt.

Den Thron sollte im besten Fall Jon Schnee besetzen, da er zunächst weder ein Geburtrecht besitzt, noch später darauf  beharrt, und selbst gar kein Interesse an Macht zeigt, sondern am Wohl aller Menschen. Er schafft es, seinen Stolz für die Einigung des Volkes abzulegen. Das macht für mich einen König aus.

 


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