Anwalt zu BGH-Raserurteil: "Es geht darum, hart am Gesetz zu arbeiten"

Berlin/Heilbronn  Zwei Raser haben sich im Februar 2016 ein illegales Autorennen in Berlin geliefert. Dabei ist ein 69-Jähriger ums Leben gekommen. Ob die Voraussetzungen gegeben sind, um die beiden wegen Mordes zu verurteilen, bewertet der Heilbronner Straf- und Verkehrsrechtsfachanwalt Sascha Wirth.

Von Alexander Klug

Anwalt zu BGH-Raserurteil: "Es geht darum, hart am Gesetz zu arbeiten"

Sascha Wirth

Foto: privat

Wie auch immer der Bundesgerichtshof im Fall der Berliner Raser urteilt: Folgen für die Teilnehmer illegaler Autorennen wird jede Variante haben.

Im Gespräch erläutert der Heilbronner Fachanwalt für Straf- und Verkehrsrecht Sascha Wirth von der Kanzlei Pfefferle Helberg und Partner, worum es geht.

Wie sieht es auf den Heilbronner Straßen mit Rasern und Rennen aus, Herr Wirth?

Sascha Wirth: Es geht auch hier oft wild zu, aber einen so krassen Fall habe ich noch nicht erlebt.


Was ist für Sie die Herausforderung für den BGH?

Wirth: Die Bundesrichter müssen prüfen, ob ihre Kollegen in Berlin das richtige Urteil zu den beschriebenen Tatsachen gefällt haben.


Was meinen Sie?

Wirth: Es gibt für beides Argumente. Bestand der Vorsatz erst ab dem Einbiegen in die Straße, könnte das zu spät gewesen sein, um den notwendigen Vorsatz zu begründen. Andererseits könnte allein der Umstand, sich zu so einem Rennen zu verabreden, einen solchen Vorsatz darstellen. So, wie es die Berliner Richter schreiben, rechtfertigt das aber aus meiner Sicht die Verurteilung wegen Mordes nicht.


Klingt spitzfindig.

Wirth: Das mag spitzfindig sein, aber es geht darum, hart am Gesetz zu arbeiten und am Ende um einen Unterschied im Strafmaß von mehreren Jahren. Da muss sich das Volksempfinden von Rechtsprechung unterscheiden.

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