Viele Briefwähler: Beteiligung in Wahllokalen sinkt

Stuttgart (dpa/lsw)  Baden-Württemberg wählt - und schon ist klar: Bei den Briefwählern gibt es Rekordzahlen. Im Land regiert eine grün-schwarze Koalition, welches Bündnis wird es im Bund geben?

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Ein Wähler wirft im Wahllokal seinen Stimmzettel in eine Wahlurne.

Auch im Südwesten haben sich viele Menschen an der Bundestagswahl beteiligt. Da mehr Wahlberechtigte als bisher per Brief abstimmten, lag die Beteiligung in den Wahllokalen aber deutlich niedriger als bei der vergangenen Bundestagswahl im Jahr 2017.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) gab am Sonntag in Sigmaringen seine Stimme ab. Im Land mit rund 7,7 Wahlberechtigten regiert eine grün-schwarze Koalition. Die Wahl könnte im Bund nach 16 Jahren Angela Merkel (CDU) und 8 Jahren großer Koalition aus Union und SPD einen Wechsel bringen.

Bis zum frühen Nachmittag gaben 23,27 Prozent der Berechtigten in Südwest-Wahllokalen ihre Stimme ab. Gegenüber 2017 sei dies ein Rückgang um 13,93 Prozentpunkte, teilte Landeswahlleiterin Cornelia Nesch in Stuttgart mit (Stand: 14.00 Uhr). Sie machte deutlich, dass die Zahlen wegen eines gestiegenen Anteils von Briefwählerinnen und -wählern nicht vergleichbar seien.

Bei den mitgeteilten Zahlen seien die Stimmen der Briefwähler nicht berücksichtigt. In repräsentativ ausgewählten Wahlbezirken hätten 42,47 Prozent aller Wahlberechtigten Briefwahl beantragt, so die Landeswahlleiterin.

In der Landeshauptstadt Stuttgart wurde bereits am Vormittag ein recht hohes Besucheraufkommen in den Wahllokalen vermeldet. Sollte der Trend über den Tag hinweg andauern, sei mit einer Wahlbeteiligung in der Stadt von insgesamt 79,5 Prozent zu rechnen - dabei seien Briefwähler inbegriffen. Das teilte ein Stadtsprecher am frühen Nachmittag unter Berufung auf Angaben aus der Abteilung Bevölkerung und Wahlen der Stadt mit. Rund 44 Prozent der 370.000 Wahlberechtigten hätten schon per Briefwahl abgestimmt.

In Pforzheim gaben bis 14.00 Uhr 23,99 Prozent der Berechtigten ihre Stimme ab, das war deutlich weniger als 2017 (32,13 Prozent), wie ein Sprecher mitteilte. In Mannheim stimmten 20,6 Prozent der Wahlberechtigten ab.

Vor vier Jahren war die Südwest-CDU bei der Bundestagswahl mit 34,4 Prozent stärkste Kraft gewesen. Sie holte damals alle 38 Direktmandate im Land.

Die SPD kam nur noch auf 16,4 Prozent. Die Grünen schafften 13,5 Prozent, die FDP lag bei 12,7 Prozent. Die AfD erreichte im Südwesten 12,2 Prozent und Die Linke schaffte hier 6,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag 2017 bei 78,3 Prozent - davon entfielen 27,2 Prozent auf Briefwähler.

Die Wahllokale im Südwesten sollten um 18.00 Uhr schließen.

© dpa-infocom, dpa:210926-99-367003/3


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