Wie groß ist die Nachfrage an Briefwahl-Anträgen in der Region?

Region  Die Stadt Öhringen rechnet mit doppelt so vielen Briefwahl-Anträgen wie bei der Bundestagswahl 2017. Auch in Künzelsau und Heilbronn ist die Nachfrage erwartungsgemäß groß.

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Briefwahlunterlagen für die Bundestagswahl 2021.

Foto: dpa

Bei der Landtagswahl gab es wegen Corona so viele Briefwähler wie noch nie im Wahlkreis Hohenlohe. Bei der Bundestagswahl dürfte dies im Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe kaum anders sein. Wie ist die bisherige Nachfrage bei der Stadt Öhringen? "Mit einem Wort: immens", erklärt Frank Stransky, der Leiter des Ordnungsamts. Bis Dienstagabend wurden bereits 1500 Wahlscheine beantragt.

"Bis zum Wahltag gehen wir von 4500 bis 5000 Briefwahlanträgen aus." Das wären rund 28 Prozent der Wahlberechtigten und damit doppelt so viele wie bei der Bundestagswahl 2017, wo nur 2557 Wahlberechtigte oder 14,7 Prozent dieses Angebot nutzte.

"Erfahrungsgemäß kommt die Masse der Briefwahlanträge zeitnah nach dem Versand der Wahlbenachrichtigungen. Die Kurve steigt danach rasant an und flacht bis zum Wahltag zusehends ab", berichtet Stransky. Die Stadt Öhringen habe die Wahlbenachrichtigungen überwiegend am 30. August zugestellt. Die Hochzeit der Briefwähler hat damit in dieser Woche begonnen.

Mehrzahl der Wahlscheine wird übers Internet beantragt

"Die ersten Briefwahlanträge kamen von Auslandsdeutschen schon am 1. Juli. Weitere Anträge per Mail folgten ab 12. August. Seitdem reißt die Kette nicht mehr ab", sagt Stransky. Die Mehrzahl der Wahlscheine werde übers Internet beantragt. "Die Flut dieser Internet-Anträge hat aber erst jetzt eingesetzt, denn für das Ausfüllen ist die Wählernummer erforderlich, und diese haben die Wahlberechtigten erst mit der soeben versandten Wahlbenachrichtigung erhalten."

 

Briefwahl bei Bundestagswahlen traditionell stark

Eine andere Möglichkeit sei das handschriftliche Ausfüllen der Rückseite der Wahlbenachrichtigung. Wahlscheine könnten auch per Mail beantragt werden, dann müsse aber zur Identifikation das Geburtsdatum angegeben werden. "Die Briefwahl ist bei Bundestagswahlen ohnehin immer stark", weiß Stransky. "Durch die Corona-Pandemie wird dieser Trend nochmals verstärkt. Und vielleicht noch mehr nach den guten Erfahrungen der Briefwähler bei der Landtagswahl."

So ist die Lage bei der Stadt Künzelsau

Wie ist die Nachfrage bei der Stadt Künzelsau? "Erwartungsgemäß hoch", sagt Günter Voit, Chef des Ordnungsamts. Bis Dienstag wurden 1027 Briefwahlanträge gestellt: 40 Prozent übers Internet, 55 Prozent schriftlich, fünf Prozent per Mail. "2017 hatten wir insgesamt nur 2100 Anträge." Jetzt rechnet Voit mit 3500. Die Wahlbenachrichtigungen wurden am 27. August zugestellt. Den ersten Antrag stellte am 11. Juni ein Auslandsdeutscher, der erste Antrag eines Künzelsauers folgte am 13. Juli.

So ist die Lage bei der Stadt Heilbronn

Wenig überraschend sind beim Heilbronner Wahlamt bereits nach kurzer Zeit tausende Briefwahlanträge eingegangen. Über 10.000 seien es bisher, wie Claudia Küpper von der Pressestelle der Stadt bestätigt. Zum Vergleich: Bei der vergangenen Bundestagswahl im Jahr 2017 hatte man insgesamt 14.176 Anträge registriert.

Wer bisher noch gar keine Wahlbenachrichtigung erhalten hat, muss sich zudem keine Sorgen machen. „Grundsätzlich müssen die Wahlbenachrichtigungen erst bis Sonntag, 5. September, zugestellt sein“, erklärt Küpper. Entsprechend überschaubar seien bisher auch die Beschwerden. Wer nach dem 5. September noch immer keine Unterlagen erhalten hat, kann sich beim Wahlamt melden. Und: Gewählt werden kann im Notfall auch ohne Benachrichtigung im Wahllokal. Dann ist allerdings ein Personalausweis vorzulegen.

 


Ralf Reichert

Ralf Reichert

Redaktionsleiter Hohenloher Zeitung

Ralf Reichert ist seit Oktober 2006 Redaktionsleiter der Hohenloher Zeitung. Die Region Hohenlohe ist seit jeher seine journalistische Heimat. Er kam vom Haller Tagblatt und stammt aus dem Taubertal. Bei der HZ kümmert er sich vor allem um die Kreisthemen.

Nils Buchmann

Nils Buchmann

Volontär

Nils Buchmann arbeitet seit Oktober 2020 als Volontär bei der Heilbronner Stimme.

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