So ticken die kleinen Parteien und ihre Kandidaten im Wahlkreis Neckar-Zaber

Region  Am 26. September treten im Wahlkreis Neckar-Zaber fünf Parteien und ein Solo-Kandidat mit geringen Erfolgsaussichten an. Wir stellen die Kandidaten der kleinen Parteien vor.

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Bei der Bundestagswahl am 26. September treten im Wahlkreis Neckar-Zaber zwölf Parteien mit einem Direktkandidaten an. Unter den zwölf Parteien, die in wenigen Tagen um Wählerstimmen buhlen, sind fünf politische Bündnisse und ein Einzelbewerber mit geringen Erfolgsaussichten. Der Wahlkreis Neckar-Zaber besteht aus 39 Kommunen, darunter folgende Städte und Gemeinden aus dem Landkreis Heilbronn: Abstatt, Beilstein, Brackenheim, Cleebronn, Flein, Güglingen, Ilsfeld, Lauffen, Leingarten, Neckarwestheim, Nordheim, Pfaffenhofen, Talheim, Untergruppenbach und Zaberfeld.

 

W. Schaible

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DiB: "In der Politik ist dringend ein Umsteuern nötig", betont Wolfgang Schaible. Umgesetzt und gestärkt werden müssen deshalb für den technischen Lehrer am Medienberatungszentrum Markgröningen die Gemeinwohlökonomie, das bedingungslose Grundeinkommen, die Bürgerversicherung, in die alle einbezahlen, das lückenlose Lobbyregister inklusive legislativem Fußabdruck und Volksbegehren. Die Bürger müssten wieder mehr Gestaltungshoheit über Entscheidungen erhalten.

Der Landesvorsitzende der Partei Demokratie in Bewegung - Jahrgang 1961 - ist Hobbymusiker und Fan des VfB Stuttgart.

 

 

Wahlkreis Neckar-Zaber: Kandidaten mit geringen Erfolgsaussichten

Sven Kerzel

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Die Basis: "Die Spaltung unserer Gesellschaft muss ein Ende finden", sagt Sven Kerzel. Dies ist ein "Herzenswunsch" des 46-jährigen Vertriebsmitarbeiters im Außendienst.

Aufgewachsen in Sachsen-Anhalt, fand der Familienvater 1997 in Ilsfeld seine Wahlheimat. Er kandidiert, um in Deutschland eine Basisdemokratie zu etablieren, die jedem Bürger die Möglichkeit gebe, sich einzubringen und Zukunft gemeinsam zu gestalten. Ziel sei es, achtsam, freiheitlich und mit dem Wissen der Gemeinschaft die Macht zu begrenzen.

 

 

Wahlkreis Neckar-Zaber: Kandidaten mit geringen Erfolgsaussichten

Alexander Wezel

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Die Partei: Alexander Wezel (19) macht der Spaßpartei alle Ehre: Als "kommender Kanzler" würde er Tempo 110, aber nur in Städten, einführen. Da nach Ansicht der Klimaexperten seiner Partei ab dem 25. Mai 2046 um 14 Uhr die Zaber direkt ins Meer fließen wird, fordert der Fachinformatiker aus Heilbronn ein Kreuzfahrtschiff-Verbot für die Zaber, um Flora und Fauna zu schützen.

Da sich in Sachen Zabergäubahn nichts tut, plädiert Wezel für eine Zabergäu-Autobahn mit Zwischenstopp in Treffentrill. Zum Schluss erhebt er den Anspruch, bei Brackenheim den Zusatz "Theodor-Heuss-Stadt" durch "Alexander-Wezel-Stadt" zu ersetzen.

 

 

Wahlkreis Neckar-Zaber: Kandidaten mit geringen Erfolgsaussichten

Jan B. Rittaler

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Freie Wähler: Das Motto von Dr. Jan B. Rittaler lautet: Dem Volk aufs Maul schauen, ihm aber nicht nach dem Mund reden. Vor diesem Hintergrund strebt der gebürtige Schwäbisch Haller, der heute in Neckarwestheim lebt, nach bürgernahen Lösungen und setzt nicht auf weltfremde Ideologien.

Der 62-jährige Unternehmer und Unternehmensberater will einen Beitrag dazu leisten, die Freiräume der Bürger zu erweitern. Deshalb heißt es für den Liebhaber schöner Künste: "Zurück zur Herrschaft des Rechts. Bekämpfen wir Armut und nicht Reichtum." Es könne nicht sein, dass nur 30 Prozent von jedem erarbeiteten Cent übrig blieben.

 

 

Wahlkreis Neckar-Zaber: Kandidaten mit geringen Erfolgsaussichten

Gerd Bogisch

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ÖDP: Der Politikverdrossenheit will Gerd Bogisch entgegenwirken. Wichtig ist dem GIS-Administrator bei der Stadt Ludwigsburg deshalb: "Es muss Volksentscheide auf Bundesebene geben. Es muss ein Gefühl der Gemeinsamkeit gelebt werden."

Als weitere Ursache der Politikverdrossenheit hat der 51-jährige verheiratete Familienvater die "äußerst undurchsichtige Kooperation zwischen Wirtschaft und Politik" ausgemacht. Hierdurch würden nur die Interessen einiger weniger gefördert. Mitglied der ÖDP ist Bogisch seit Anfang 2018.

 

 

Wahlkreis Neckar-Zaber: Kandidaten mit geringen Erfolgsaussichten

Werner Hartmann

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Einzelbewerber: "Die Politik muss den Bürger wieder achten", sagt Werner Hartmann. Der 76 Jahre alte Cleebronner tritt für die Einführung des Bürgergeldes, bezahlbaren Wohnraum, die Verbesserung der Pflege, die Verbesserung des Krisenmanagements, die Optimierung des ÖPNV und die bessere Pflege der Landstraßen ein.

Im Bundestag würde der Diplom-Designer, der später auch als Lehrkraft für besondere Aufgaben (bildende Künste, Architektur) und freiberuflich tätig war, eine kritisch-konservative Oppositionsarbeit betreiben.

 

Joachim Friedl

Joachim Friedl

Stv. Leiter der Stadtkreis-Redaktion

Joachim Friedl arbeitet seit Ende 1979 bei der Heilbronner Stimme. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Kommunalpolitik.

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