So ticken die kleinen Parteien und ihre Kandidaten im Wahlkreis Heilbronn

Am 26. September treten im Wahlkreis Heilbronn fünf politische Gruppierungen mit geringen Erfolgsaussichten an. Wir stellen die Kandidaten der kleinen Parteien vor.

Email

Bei der Bundestagswahl am 26. September treten im Wahlkreis Heilbronn, der die Stadt Heilbronn und 31 Landkreiskommunen umfasst, elf Parteien mit einem Direktkandidaten an. Bei der Wahl 2017 waren es 13 Parteien gewesen.

Unter den elf Parteien, die in wenigen Tagen um Wählerstimmen buhlen, sind fünf Bündnisse mit geringen Erfolgsaussichten. Nachfolgend werden die Parteien und die Kandidaten vorgestellt. Die Reihenfolge erfolgt nach dem Erststimmenanteil der letzten Wahl. 2017 kamen die "Sonstigen" bei der Erststimme auf 3,6 Prozent.

 

Milena Götz

Foto: privat

Die Partei: An Selbstbewusstsein mangelt es Milena Götz nicht: "Als sehr gute Kanzlerkandidatin bin ich zu Höherem berufen als andere Mitbewerber", sagt die 22 Jahre alte Heilbronnerin.

Die angehende Notfallsanitäterin, die sich im März für den Landtag beworben hatte, setzt sich für ein Höchstwahlalter ein: "Wer die ersten 18 Jahre in seinem Leben nicht wählen darf, der sollte die letzten 18 Jahre auch nicht wählen dürfen", fordert die Organistin in verschiedenen Kirchengemeinden. Ihrer Ansicht nach wurde Politik zuletzt für die "eigene Tasche gemacht". Korruption müsse bezahlbar werden, damit sich auch der kleine Mann Politiker kaufen könne.

 

So ticken die kleinen Parteien und ihre Kandidaten

Uwe Basler

Foto: privat

Freie Wähler: Die Themen Gesundheit, Rente und Mobilität liegen Uwe Basler (60) besonders am Herzen. Der Notfallsanitäter und Stadtrat von Bad Rappenau fordert deshalb die "dringende Nachbesserung" der Gesundheitsversorgung. Dazu gehören für den gebürtigen Bad Wimpfener unter anderem eine faire Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen.

Mit Blick auf die Mobilitätswende macht es für den zweifachen Vater keinen Sinn, auf synthetische Kraftstoffe zu setzen. Um Altersarmut zu verhindern, muss für Basler das Rentensystem reformiert werden und als weitere Säule das Eigenheim bei stärkerer Förderung einbezogen werden.

 

So ticken die kleinen Parteien und ihre Kandidaten

Peter Rügner

Foto: privat

MLPD: Als Krankenpfleger spricht sich Peter Rügner für ein Gesundheitssystem aus, in dem der Mensch und nicht der Profit im Mittelpunkt steht. Der gebürtige Heilbronner, verheiratet, drei Töchter, plädiert zudem für die vollständige Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge durch die Unternehmen. Durch eine sechsprozentige Sozialsteuer könnten die Beiträge finanziert werden, sagt der aktive Gewerkschafter.

Handlungsbedarf sieht der 54-Jährige beim Umweltschutz. Notwendig seien der konsequente Ausbau erneuerbarer Energien, E-Mobilität, CO2-Neutralität und eine Kreislaufwirtschaft zu Lasten der Großkonzerne.

 

So ticken die kleinen Parteien und ihre Kandidaten

Dirk Piper

Foto: privat

Die Basis: "Politische Entscheidungen", sagt Dirk Piper, "muss das ganze Volk treffen und darf nicht nur einigen wenigen vorbehalten sein." Der gebürtige Heilbronner ist 56 Jahre alt, Vater zweier erwachsener Kinder und in der Solarbranche tätig.

Wichtig ist ihm, das Grundgesetz und die Grundrechte zu schützen – und wo nötig, wieder herzustellen. Für dieses Ziel liegen Piper Ehrlichkeit in der Gesellschaft, ein Miteinander in Achtsamkeit, Mitgefühl und Weisheit "sehr am Herzen". Diese Werte seien für ein friedvolles, gemeinsames Vorankommen der Gesellschaft auf dem Weg in die Basisdemokratie unabdingbar.

So ticken die kleinen Parteien und ihre Kandidaten

Markus Schneider

Foto: privat

 

Humanisten: "Die Partei der Humanisten steht für rationale Politik auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse", sagt Markus Schneider. Ein Thema des gebürtigen Sinsheimers (1983), der in Gemmingen wohnt und dort als Elektrotechniker in einem mittelständischen Betrieb arbeitet, ist der Ausbau des ÖPNV. Es gelte, kreisübergreifende Angebote zu schaffen und Lösungen anzubieten, um den Umstieg auf klimafreundliche Verkehrsmittel attraktiver zu machen.

Als Teil der Lesben-, Schwulen-, Bisexuellen- und Transgender-Gemeinde sind ihm die Stärkung individueller Freiheit und Selbstbestimmung wichtig, wie er sagt.

 

 

Joachim Friedl

Joachim Friedl

Stv. Leiter der Stadtkreis-Redaktion

Joachim Friedl arbeitet seit Ende 1979 bei der Heilbronner Stimme. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Kommunalpolitik.

Kommentar hinzufügen