Isabell Steidel, Grüne, Wahlkreis Heilbronn

Region  Sozial gerechter Klimaschutz, humane Flüchtlingspolitik und das Vertrauen der Menschen in die Demokratie stärken - all diese Themen hat sich die 24-jährige Isabell Steidel auf die Fahne geschrieben. Und dafür möchte sie sich einsetzen, wenn sie bei der Bundestagswahl ausreichend Stimmen erhält.

Email

Mit 24 Jahren ist Isabell Steidel eine der jüngsten Kandidatinnen im Bundestagswahlkampf, hat aber schon mehrere Jahre Erfahrung in der Lokalpolitik.

Foto: privat

Zu jung und zu unerfahren - Vorwürfe, die sich viele Menschen, die noch keine 35 Jahre sind und ein politisches Amt anstreben, regelmäßig anhören müssen. So geht es auch Isabell Steidel. "Dabei bin ich schon seit 2014 aktiv", sagt die 24-jährige Heilbronnerin selbstbewusst.

Im Kleinen viel erreicht

Sie war Mitglied im Jugendgemeinderat, hat seit 2019 einen Sitz im Stadtparlament und ist dort stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen. Gleichzeitig studiert Steidel an der Hochschule Heilbronn Management und Personalwesen und engagiert sich auch dort in verschiedenen Gremien. Auch wenn in ihrer Kindheit und Jugend oft über das aktuelle politische Geschehen gesprochen wurde: "Ich bin die erste in meiner Familie, die auch in einer Partei Mitglied ist", erzählt sie. Die Zeit im Jugendgemeinderat sei sehr prägend gewesen. Auch, weil sie im Kleinen viel erreichen konnte.

Damals war sie auch an der Gründung eines Patenschaftsprojekts für Flüchtlinge beteiligt, wo sie nach dem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvierte. "Die Migrationswelle war für mich stark politisierend", erinnert sich Isabell Steidel, die sich für eine humane Flüchtlingspolitik stark macht. "Ich bin dankbar dafür, in einem solch reichen Land zu leben, aber man muss deshalb auch über den Tellerrand hinaus schauen."

Demokratie lebt von Vertrauen

Neben dem Thema Seenotrettung ist für die 24-Jährige auch die Stärkung der Demokratie wichtig. Das Interesse an Politik sei zum Teil kaum vorhanden, weil viele die Aufgaben der Institutionen nicht kennen würden. Demokratie lebt für sie von Vertrauen, das immer wieder erworben werden müsse. Dafür brauche es die richtigen Kanäle und Möglichkeiten wie Bürgerräte.

Natürlich hat sich Steidel auch den Schutz des Klimas auf die Fahne geschrieben, auch wenn sie wie viele andere oft denkt: "Was soll ich denn tun?" Deshalb müsse die Politik die richtigen Rahmenbedingungen setzen.

Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit zusammen bringen

Die Grünen möchten das laut ihres Wahlprogramms sozial gerecht lösen, denn oft sind laut Studien die Personen, die über mehr Vermögen verfügen, auch die, die den höchsten CO2-Ausstoß haben. "Man muss den Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit zusammen bringen", betont Steidel.

Dass diese Botschaft bisher nur teilweise bei den Wählern angekommen ist, findet die Heilbronnerin schade. Man müsse die Konzepte verständlich machen. "Und wenn etwas falsch gelaufen ist, muss man eben auch in den Diskurs gehen", sagt sie. Jedes Anliegen, sei es auch noch so klein, müsse ernst genommen werden, um so wieder Vertrauen zu schaffen.

In der heißen Wahlkampfphase hat Isabell Steidel fast jeden Tag mehrfach die Gelegenheit dazu. Sie tourt durch den gesamten Wahlkreis. Zeit für Entspannung findet sie beim Kochen oder Klavierspielen. Letzteres macht sie seit über 15 Jahren, hat auch schon bei Gottesdiensten in der JVA gespielt und erinnert sich gerne daran zurück: "Auch dort habe ich viel für mein Leben gelernt."


Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Elfi Hofmann ist seit April 2019 bei der Heilbronner Stimme und dort vor allem im Kraichgau unterwegs. Sie ist für Bad Rappenau, Siegelsbach und Hüffenhardt zuständig und gehört dem Thementeam Umwelt an.

Kommentar hinzufügen