Festival mit handgemachter Musik

Heilbronn  Das Viel & Draußen-Festival am Waiblingerhaus bot eine große Bühne für regionale Bands. Die Musiker versorgten das Publikum zwei Tage lang mit Rock, Pop, Indie, Blues und Folk.

Von Uwe Deecke
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Handgemachtes mit viel Potenzial

Folkklänge von den Destillery Rats gab es am Samstagabend beim Festival am Waiblingerhaus, das sehr gut besucht war.

Foto: Uwe Deecke

Einiges war anders in diesem Jahr beim Viel & Draußen-Festival des Popbüros Heilbronn-Franken. Am Freitag und Samstag sorgte "Musik von hier" für einen vollen Innenhof mit 19 regionalen Bands aus vielen Musikrichtungen.

Vergessen waren die Regenschauer vom Poetry-Slam-Abend am Donnerstag. Bei bestem Feierwetter spielten am Freitag ab 14 Uhr zehn Bands aus den Bereichen Pop, Rock, Indie, Blues und Folk, die für ein abwechslungsreiches Programm sorgten. Einziger Ausreißer aus der heimischen Bandszene: Dote aus Essen, die in diesem Jahr den Blacksheep-Band-Wettbewerb gewonnen haben.

Afrikanische Klänge und Rhythmen gab es von Les Purple Hammer mit African Roots Punk, kraftvollen Bluesrock vom Trio der Valve Radio Gang. Feathers & Stones boten leidenschaftlich handgemachten Independent Folk-Rock, auch schon mal mit leisen Tönen und a cappella. Als jüngste Band des Abends zeigten Paradision, was musikalisch schon in jungen Jahren möglich ist. Mit High Tide begann um 20 Uhr der Abend: Classic Rock mit Frontmann Alexander Kühner und anspruchsvollen Gitarrensoli von Benjamin Wormser. Drive Darling, eine weitere lokale Größe, spielte erst nach ihnen, bevor Feathers & Stones den Abschluss machten.

Gewohnt harter Metalsound

Am Samstag gab es diesmal nicht den durchweg harten Metal wie sonst auf dem Festival. Es soll Musik aus der Region sein, ein Konzept, das sich auch am Samstag bewährt habe, wie Popbüro-Leiter Daniel Schütt erklärt. Mehr Besucher als sonst waren da am dritten Festivaltag, der mit Crooked Grind um 14 Uhr begann. Fehlschlag spielte anschließend Deutschpunk, wie auch No Date Theory, die später den Abend einleiteten. Anschließend gab es Folkklänge von den Destillery Rats, die zeigten, dass man gleichzeitig trinken und spielen kann. Sie sorgten für Feier- und Tanzlaune, bevor es dann doch ein wenig härter wurde. Circle of Silence boten Power Metal mit schnellen Riffs und Soli, das was man vom Festival-Samstag bislang gewohnt war. Auch Spitefuel und das "musikalische Abrisskommando" Soilid sind keine musikalischen Leisetreter und gaben Vollgas. Zum Abschluss kamen die Lokalmatadoren von The Prophecy 23 mit dem gewohnt harten Metalsound.

"Schade, dass es nur so geht", sagte Organisator Daniel Schütt. Ein solches Event sei nur Open Air möglich, weil dafür eine mittlere Halle in Heilbronn einfach fehle. Auch er hofft darauf, dass es bei allen Anstrengungen einen Verein geben wird, der von der Stadt unterstützt wird, um solche Events auch drinnen zu ermöglichen. Dass von der Künstlerseite Potenzial da ist, zeigten die selbstgemachten Songs aller regionalen Bands.