Pumptrack wird jetzt modelliert

Spatenstich für Bike-Parcours im Trendsportpark − Vorfreude bei Jugendlichen

Von unserer Redakteurin Sabine Friedrich

Pumptrack wird jetzt modelliert

Obersulm - Fabian Metzger schnappt sich sein Mountainbike und macht es vor. Den Vorderreifen auf einem Steinbrocken, den Hinterreifen auf planierter Erde, hält er die Balance. Die Startrampe ist bereits aufgeschüttet für den Bikepark in Obersulm, bei dem der 15-Jährige in den Planungs-Workshops mitgearbeitet hat. Mit dem Spatenstich ist der Startschuss für die neue Attraktion im Trendsportpark in Affaltrach gefallen. Der erste der drei Parcours, der Pumptrack, soll noch im Herbst fertig werden. 35 000 Euro hat der Gemeinderat für 2013 genehmigt. Schon bald soll es mit dem zweiten Teil aus dem Jugendbeteiligungsprojekt "Sulmaue", das der Kiwanis-Club Weinsberger Tal angestoßen hat, weiter gehen: dem Naturerlebnisraum für Familien. Das Konzept wird am 16. September dem Gemeinderat vorgestellt.

"Das war interessant", sagt Lars Mayer, der wie Fabian Metzger in der Projektgruppe seine Wünsche und Ideen eingebracht hat. "Es gab gewisse Grundregeln", sagt der 16-Jährige, der überzeugt ist, dass es einen guten Bikepark geben wird. Der Eberstädter fährt Cross-Country-Rennen, und dafür kann er seine Technik auch auf diesem Gelände verbessern. Im Dirtpark, dem zweiten geplanten Parcours, will Metzger seine Fahrtechnik und seine Körperhaltung trainieren. Amir Brajan, einer der Väter in den Workshops, preist die Streckenplanung an. "Das ist einzigartig im Umkreis." Ihm und einem anderen Vater, Philipp Kubin, ist es wichtig, dass die Parcours ansehnlich sind, "sauber gearbeitet". So gibt es keine "dreckigen" Erdbahnen, sondern Schotter.

Langgehegt Bürgermeister Tilman Schmidt und Bettina Schübel, Präsidentin des Kiwanis-Clubs Weinsberger Tal, weisen darauf hin, dass ein langgehegter Wunsch der jungen Obersulmer in Erfüllung geht, der einst mit einer Unterschriftenaktion bekräftigt worden ist. Aber: Die Realisierung sei nicht selbstverständlich, sondern eine rein freiwillige Aufgabe, betont der Gemeindechef, der deshalb den ersten Spatenstich als einen "nicht alltäglichen Anlass" bezeichnet. Der Bikepark sei ein weiterer Mosaikstein in der vielfältigen Freizeitlandschaft Obersulms. Schmidt dämpft aber Erwartungen: Es sei eine Idealvorstellung, dass alle drei Strecken gleichzeitig gebaut würden. Bis zur Vollendung sind wohl noch einmal 35 000 Euro, so die Schätzung, fällig.

Erfolgserlebnis Schmidt lobt die Kiwanis, die sich finanziell − mit 20 000 Euro für den Naturerlebnisraum − und auch ideell einbringen in den Workshops mit bis zu 30 Teilnehmern. Regie führt Martin Möller vom Bauamt als Hauptkoordinator für die Planung und als Schnittstelle zu Behörden und Firmen. "Eine Zeitersparnis war es nicht", sagt Möller zum Mitmachprojekt − dem dritten nach dem Sulmpark mit der Agenda-Gruppe und dem Michelbachpark mit dem Distelbarth-Gymnasium. Jedoch: "Es war für alle ein Erfolgserlebnis." Die Jugendlichen seien Feuer und Flamme. "Das wird eine ganz tolle Anlage, die es weit und breit so nicht gibt", ist Möller überzeugt.

Der Humus auf dem brachliegenden Acker an der Sulm ist bereits abgeschoben, Raupe und Bagger stehen bereit, Pflöcke und eine blaue Markierung zeigen auf den 7800 Quadratmetern, wo der 450 Meter lange Pumptrack mit seinen 30 bis 40 Zentimeter hohen Wellen und Steilkurven verlaufen wird. Nur durch Hochdrücken des Körpers wird die Geschwindigkeit des Mountainbikes aufgebaut.

Pumptrack wird jetzt modelliert
Fabian Metzger an der Startrampe. Er ist ein begeisterter Moutainbiker und hat sich deshalb beim Mitmachprojekt in der Planung eingebracht.Fotos: Dennis Mugler
Pumptrack wird jetzt modelliert
Der Spatenstich mit (v. l.) Philipp Kubin, Jugendreferent Markus Kress, Olaf Schwab (Landschaftsbau), Marco Wolf (Erdbau), Bürgermeister Tilman Schmidt, Dr. Herbert Wolf (Kiwanis), Martin Möller (Bauamt), Amir Brajan und Fabian Metzger.