Weinsberg hat "große Persönlichkeit" verloren

Kernerstadt trauert um den verstorbenen Ehrenbürger Helmut Läpple - Förderer von Vereinen und vielen Institutionen

Von Joachim Kinzinger

Weinsberg hat "große Persönlichkeit" verloren

1996 erhielt Helmut Läpple (links) vom damaligen stellvertretenden Bürgermeister und heutigen Ehrenbürger, Gerhard Scherr, eine kleine Bronzestatue der Graevenitz-Plastik. (Foto: Archiv)

Die Stadt, Vereine und Organisationen haben dem Unternehmer viel zu verdanken. Seine großzügigen Hilfestellungen haben im kulturellen, sportlichen und sozialen Bereich Vieles ermöglicht. Gegenleistungen hat Helmut Läpple dafür nie erwartet. Stadtchef Thoma wählte dafür die Bezeichnung des "guten Bürgers", der nicht nur an das Unternehmen und die Familie dachte, sondern sich seiner Heimatstadt "in besonderen Weise verpflichtet fühlte", trotz der weltweiten Expansion der Firma.

Begonnen hat das Unternehmen 1919 in Weinsberg als kleine mechanische Werkstatt und Bauschlosserei, gegründet von August Läpple, dem Vater des Ehrenbürgers. Das Jahr 1930 markierte den Umzug und den Übergang vom Handwerksbetrieb zum Industrieunternehmen, das bis Ende der vierziger Jahre seinen Sitz in der Kernerstadt hatte und dann nach Heilbronn umzog.

Seiner Heimatstadt blieb Helmut Läpple immer verbunden. Als Votum für "seine Stadt" stufte Thoma die Übernahme der in erhebliche Schwierigkeiten geratenen Firma Fibro im Jahr 1974 ein - eine Entscheidung des Herzens. Über 300 Arbeitsplätze wurden damals gesichert.

Die Stadt verlieh Helmut Läpple 1992 das Ehrenbürgerrecht. Der damalige Bürgermeister Jürgen Klatte begründete diese hohe Auszeichnung mit dem "außergewöhnlichen Einsatz für das Gemeinwesen". Er würdigte dessen "Einstellung als Bürger und Unternehmer zur Gemeinschaft" sowie die große Verbundenheit. Viele Vereine, darunter natürlich der TSV Weinsberg, und Institutionen hat der Mäzen gefördert. Läpple habe so dem Ehrenamt den Rücken gestärkt und ihm dadurch Anerkennung und Unterstützung zukommen lassen, so der heutige Stadtchef Thoma. Auch auf diesem Gebiet habe der Unternehmer Maßstäbe gesetzt. Wegen seiner Volkstümlichkeit sei er in der Bevölkerung äußerst beliebt gewesen.

Weinsberg hat den erfolgreichen Fabrikanten auch mit der Goldenen Ehrenmünze geehrt. Und zum 80. Geburtstag erhielt Läpple 1996 eine verkleinerte Nachbildung der Bronzeplastik "Weibertreu-Begebenheit" von Professor von Graevenitz. - ein Geschenk mit hohem ideellen Wert. Gerührt bekannte Läpple damals frei nach John F. Kennedy: "Ich bin ein Weinsberger."