Gemeinderat verändert sein Gesicht

Gemeinderatswahl in Eberstadt: Drei BWV-Räte ziehen sich zurück - Drei Listen nicht komplett

Von Reto Bosch

Der Gemeinderat in Eberstadt ist derzeit fest in bürgerlicher Hand. Die BWV stellt mit sechs Sitzen die Mehrheit. Fünf Mandatsträger kommen von der CDU-Liste. Die Grünen haben zwei Sitze, die SPD ist mit einer Rätin vertreten. Das Gremium arbeitet gut zusammen, Entscheidungen kommen meist einmütig zustande. An den Mehrheitsverhältnissen könnte sich am 13. Juni etwas verändern. Schließlich verlassen drei BWV-Vertreter des Gremium.

Jochen Schieker erreichte bei der vergangenen Kommunalwahl mit 882 Stimmen das viertbeste Ergebnis. Nach Angaben von Fraktionschef Hermann Rank - er wurde 1999 Stimmenkönig (1583) - zieht sich Schieker zurück, weil er sich in vielen anderen Ehrenämtern engagiert und seine Zeit knapp wird. Erwin Breuninger, er kam auf 641 Stimmen, trete aus Altersgründen nicht mehr an. Beim Rückzug von Volker Fischer (476) seien familiäre Gründe ausschlaggebend. Trotz dieses Aderlasses sieht Rank für seine Gruppierung gute Chancen, stärkste Fraktion zu bleiben. Nicht gelungen ist es der BWV, ihre Liste komplett zu füllen. Nur zwölf Bewerber, 14 wären möglich, stellen sich zur wahl. Vier Frauen stehen auf der BWV-Liste. Nach Meinung Ranks eine ausreichende Zahl. Handwerker Selbstständige, Angestellte: Viele Berufe sind vertreten. Die Kandidaten sind zwischen 29 und 59 Jahre alt.

Keine Probleme, eine vollständige Liste abgeben zu können, hatte die CDU. "Wir mussten nicht trommeln", erklärt Fraktionschef Joachim Rukwied. Er hatte 1999 mit über 1220 Stimmen das zweitbeste Ergebnis erreicht. Abgänge hat die CDU nicht zu verzeichnen. Das Ziel der Liste ist, die Sitzzahl mindestens zu halten. "Wenn es mehr wird, freuen wir uns." Für die CDU kandidieren viele Handwerker. Drei Frauen konnten gewonnen werden. Reicht das? "Ich bin kein Verfechter von Frauenquoten", sagt Joachim Rukwied. Er hoffe allerdings, dass die CDU wieder eine Frau in den Rat bringen kann. Derzeit ist das nicht der Fall. Das Alter der Bewerber reicht von 22 bis 53 Jahre.

Nur neun Kandidaten umfasst die Grüne Bürgerliste. "Die Suche war schwierig", erklärt Rätin Karin Kästle. An der Spitze der Grünen steht derzeit Wolfgang Lüftner, für den 1999 über 1040 Stimmen abgegeben wurden. "Ich hoffe, dass wir die Zahl unserer Sitze ausbauen können", gibt Kästle das Ziel vor. Die Bewerber kommen aus unterschiedlichen Berufsfeldern. Selbstständige sind genauso vertreten wie Lehrer oder eine Krankenschwester. "Wir sind bunt gemischt", meint dann auch Karin Kästle. Der älteste Grünen-Kandidiat wurde 1943, der jüngste 1971 geboren.

Eberstadt war in der Vergangenheit eine Hochburg der SPD. Doch von diese Glanz ist im Gemeinderat nur noch Inge Roth übrig geblieben. 1999 und 1994 hatte die SPD in Eberstadt Sitze verloren. Trotz ihres Einzelkämpferdaseins tritt Roth noch einmal an. Sie steht einer achtköpfigen Liste vor. "Es wird immer schwieriger, Leute fürs Ehrenamt zu gewinnen." Zudem habe die derzeitige Situation der Bundes-SPD die Kandidatensuche erschwert. Natürlich will Roth ihren Sitz behaupten. Sie hofft aber auf einen oder sogar zwei neue Mandate. Die Überlegung, dass Grüne und SPD eine gemeinsame Liste aufstellen, wurde nicht realisiert. "Die Grünen wollte nicht", sagt Roth. Die Bewerber kommen aus unterschiedlichen Berufen, sind zwischen 61 und 37 Jahre alt.