Gäste verspeisen Steaks und lassen Müll zurück

Grillplätze im Weinsberger Tal: Kernerstadt schließt Anlagen wegen Schmutz und Vandalismus- Wüstenrot legt Feuerholz bereit

Von Anja Krezer undSabine Friedrich

Gäste verspeisen Steaks und lassen Müll zurück

Teilweise sieht es an Grillstellen übel aus. Doch nicht alle Kommunen haben Grund zur Klage. (Foto: Ulrike Kugler)

Bis im vergangenen Jahr unterhielt die Stadt Weinsberg drei öffentliche Grillplätze: am Schemelsberg, am Wildenberg und an der Kirschenallee. Geblieben ist letzterer. "Die anderen wurden abgebaut, weil wir immer wieder Probleme mit wildem Müll und Vandalismus hatten", sagt Klaus Zehnt, Ordnungsamtsleiter im Rathaus. "Für den Bauhof war das ein hoher Arbeitsaufwand." Außerdem hätten sich Bürger über Abfall und Schäden in den Weinbergen beklagt. Der Platz an der Kirschenallee sei geblieben, weil er nicht so abseits liege und auch nicht so viel Ärger mache.

Die drei Obersulmer Grillstellen sind laut Ordnungsamtschef Ortwin Siller "durchaus in ordentlichem Zustand". Den Grund dafür hat er auch ausgemacht: verstärkte Kontrollen durch Polizei, den Vollzugsbeamten Peter Meyer und, je nach Bedarf, einen externen Wach- und Schließdienst. Vorwiegend sind Meyer und die Firma am Breitenauer See unterwegs, aber wenn Luft ist, eben auch an den Grillstellen. Das Bauhofteam sammelt im Sommer außerdem zwei Mal pro Woche den Müll ein.

Einen öffentlichen Grillplatz an der Steinackerhütte hat die Gemeinde Lehrensteinsfeld - aber damit "kein immenses Problem", wie Bürgermeister Björn Steinbach sagt. Es komme zwar mal vor, dass Müll rumliege - aber eben nicht in riesigen Mengen. "Keinen Ärger" mit Verschmutzung oder Vandalismus vermeldet auch Löwensteins Bürgermeister Klaus Schifferer. In Ellhofen gibt es gar keine öffentliche Grillstelle.

Flaschen, Verpackungsmaterial, Zigarettenschachteln und -kippen - all das sammelt der Bauhof in Wüstenrot bei seiner wöchentlichen Putztour auf den drei Grillplätzen ein: am Waldparkplatz in Neulautern, auf Wellingtonien in Wüstenrot und beim Steinknickle in Neuhütten. Verwüstungen kommen immer mal wieder vor, zuletzt im Mai, als am Steinknickle die komplette Grillanlage zerstört wurde. Die Täter, die Schaden von einigen tausend Euro angerichtet hatten, konnten ermittelt werden. Trotz dieser "vereinzelten Erscheinungen" sieht Bürgermeister Roland Awe aber keinen Anlass, über Abbau der Freizeiteinrichtungen nachzudenken. "Das ist ja unser Kapital als Naherholungsort", sagt er. Seine Antwort, um zu verhindern, dass Bänke und Tische verfeuert werden: Holz zum Grillen bereit legen. "Immer, wenn wir Abfallholz haben", so der stellvertretende Bauhofleiter Udo Stettin, "verteilen wir es auf den Grillplätzen".

Sehr idyllisch gelegen zwischen Eberstadt und Hölzern ist die Heuberg-Hütte. Wollen mehr als 20 Leute dort feiern, wünscht die Gemeinde eine Voranmeldung. Die Veranstalter müssen eine Kaution von 100 Euro hinterlegen und dürfen mit zwei Fahrzeugen zur Hütte fahren. Damit hat die Gemeinde, so Bürgermeister Timo Frey, die Kontrolle. Wenn's Probleme mit Müll gibt, dann handle es sich um unangemeldete Feiern. Vor allem die Wengerter ärgerten sich über Flaschen zwischen ihren Rebstöcken. Deshalb sei 2003 aus den Reihen des Gemeinderats angeregt worden, die Grillhütte zu schließen. "Das hat keine Mehrheit gefunden", erzählt Frey, der es nicht gut gefunden hätte, "zu kapitulieren", vor dem Müll oder vor den Beschädigungen, die immer wieder vorkämen.