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Stadtbahn stoppt im Westen

Haltepunkt geht am Freitag in Betrieb - Rund 1,1 Millionen Euro investiert

Von Joachim Kinzinger
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Stadtbahn stoppt im Westen
Eine Holzbrücke führt über die Gleise. Sie hat allein 350 000 Euro gekostet. Den Haltepunkt Weinsberg-West erreichen Reisende über eine Treppe.Foto: Guido Sawatzki

Weinsberg - Mit rasanter Fahrt saust die Stadtbahn an Weinsberg-West vorbei. Nicht mehr lange. Am Freitag, 27. März, hält um 10 Uhr das erste Stadtbahnfahrzeug an der neuen Haltestelle. Rund 1,1 Millionen Euro wurden dafür investiert.

Längst ist alles installiert: Uhren, Fahrplan, Lautsprecher, Beleuchtung, Bahnsteige und natürlich die neue Holzbrücke, die über die Schienen führt. Eigentlich wollte die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) die Linie S4 im Weinsberger Westen schon zum Fahrplanwechsel stoppen lassen. Verzögerungen wegen des Brückenbaus ließen jedoch den Zeitplan platzen.

Eilbrief Selbst der März-Termin schien gefährdet. „Es gab einen Einspruch einer hessischen Stadt, die den Schwertransport nicht durchlassen wollte“, sagte Siegfried Lorenz, der bei der AVG für die Infrastruktur zuständig ist. Erst nach einem „Eilbrief“ habe es geklappt, so Lorenz. Ende Januar lieferte eine Firma aus dem Emsland auf acht Tiefladern elf Einzelteile mit rund 35 Tonnen an. Die Brücke aus Leimholz mit Stahlstreben durfte wegen des Stadtbahnbetriebs nur mit einem Kran in der Nachtpause über die Gleise gehievt werden. Von 2.15 bis 4.45 Uhr war die Bahn-Stromleitung komplett abgeschaltet. Allein das 11,70 Meter lange Mittelteil wog 14 Tonnen.

Der Weinsberger Bürgermeister Stefan Thoma ist froh, dass der Haltepunkt jetzt fertig ist. Offiziell wird er am Freitag um 10 Uhr von Siegfried Lorenz (AVG), Dolores Ossyra von DB StationService, und dem Weinsberger Stadtchef eingeweiht.

Die Station hat zwei Außenbahnsteige mit einer Länge von jeweils 120 Metern und einer Höhe von 55 Zentimetern. So können alle Fahrzeuge wie an anderen Haltepunkten ebenerdig betreten werden.

Der Brückenschlag verbindet beide Bahnsteige von der August-Läpple-Straße. In ihrer Farbgebung orientiert sich die 350 000 Euro teure Brücke am benachbarten Lebenshaus der Aufbaugilde.

Weinsberg-West ist einer der letzten Haltepunkte auf dem Abschnitt Heilbronn-Öhringen. Aus dem Baugebiet Turnieräcker haben nun die Bewohner einen kürzeren Weg zur Stadtbahn. Die Stadt hat es jedoch versäumt, mit einer vorausschauenden Baulandentwicklung das Neubaugebiet Heilbronner Fußweg rechtzeitig zu erschließen. Das Projekt liegt so lange auf Eis, bis die meisten städtischen Grundstücke im Hirschberg verkauft sind. Das kann noch Jahre dauern. Erst bei der Erschließung des Heilbronner Fußwegs werden behindertengerechte und barrierefreie Zugangsrampen gebaut. Jetzt erreichen die Reisenden den Haltepunkt nur über eine Treppe von der August-Läpple-Straße aus.

Kostenteilung Insgesamt 1,1 Millionen Euro kostete der Haltepunkt Weinsberg-West. Bund und Land tragen davon 85 Prozent. Den Rest teilen sich der Landkreis Heilbronn und die Stadt Weinsberg.

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