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Seerosenblätter und Reiseimpressionen

"Tausend Schritte Kunst" zieren Schaufenster der Innenstadt

Von Ute Plückthun
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Seerosenblätter und Reiseimpressionen
Kunstfreunde und Gewerbevereinsvertreter vor einem Werk von Silke Ortwein: Die gemeinsame Aktion sorgt für aufsehenerregende Kombinationen.Foto: Ute Plückthun

Neckarsulm - Das Ganzhornfest ist der Aufhänger, die Aktion mit mehr als zehn Auflagen mittlerweile zur belieben Tradition geworden: "Tausend Schritte Kunst" führen bis zum 17. September entlang der Schaufenster der Innenstadt und versetzen den Auslagen der Kaufleute das künstlerische i-Tüpfchen.

Passende Auslage Wie aus der Natur gepflückt sehen die Seerosen aus, die Karin Friedrich in lasierender Technik in Acryl geschaffen hat. Die schimmernden weißlich-grünen Blätter machen das tiefblaue Wasser darunter förmlich spürbar, das sich in unendliche Tiefen zu erstrecken scheint. Passend dazu die Schaufensterauslage: in der Rats-Apotheke ist das Bild, das gemeinsam mit einer künstlerisch gestalteten, vom Sommerwind durchhauchten Blumenwiese zu sehen ist, zu Themen rund um die Gesundheit und das Wohlbefinden arrangiert.

Als "Win-Win-Situation" bezeichnet Thomas Diemer als Vorsitzender des Gewerbevereins die auf 16 unterschiedliche Geschäfte verteilten Kunstwerke von 15 Hobbykünstlern. "Etwas Ungewöhnliches im Schaufenster zu haben, erweckt immer die Neugier der Kunden", benennt er den Vorteil, den Werbefachleute als "Eye-Catcher" zu schätzen wissen. Und auch für die Kunstschaffenden ist die Zusammenarbeit gewinnbringend: Bietet die Kunst verteilt auf 1000 Schritte doch die Möglichkeit, die Werke vor einem großen Publikum im Rahmen des Ganzhornfestes auszustellen.

"Es ist auch immer wieder eine Herausforderung, Kunst und Warenangebot harmonisch zu kombinieren", sagt Diemer. Doch er hält die Symbiose für geglückt: etwa die südlichen Impressionen im Tui Reisecenter, die Eberhard Oesterle geschaffen hat: italienische Landschaften in Pastellkreide oder eine in Mischtechnik geschaffene schroffe Felsenlandschaft mit schneeweißem Dorf auf dem Rücken, die sofort an Griechenland denken lässt.

Abwechslung Südlichstes Objekt auf der Flaniermeile sind die durch leuchtendes Grün bestechenden Bambusstangen, die Silke Ortwein im Schaufenster der Pfundt Raumausstattung zeigt. Aber es gibt auch Ginkgo-Blätter von Regina Trage in der Teecultur, filigrane Tonschalen von Susanne Schädel vor Mode von La Casa oder im Reformhaus Giannoni, eine von Elfi Steinmetz gefertigte liegende Sonnenanbeterin in Steingusstechnik bei Foto Hacker und auf Leinwand festgehaltene Musiker nach dem Vorbild der städtischen Musikschule von Gerhard Brunnemer im Schaufenster von Trend Optik Dietz.

Oft nicht weniger reizvoll ist der künstlerische Kontrast, der für Aufmerksamkeit sorgen soll. Etwa, wenn Rainer Wendel Skulpturen und farbenstrahlende Bilder zu Haushaltsgeräten bei Eisen Heck präsentiert.

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