Wein- und Rosentage statt Stadtfest

Absage wegen zu wenigen Vereinsanmeldungen - Neukonzeption ab 2010

Von Joachim Kinzinger

Wein- und Rosentage statt Stadtfest
Der Spießbraten der Albvereins-Gruppe war stets ein Renner beim Fest. Weil einige Leistungsträger ausgestiegen sind, sagte die Stadtverwaltung die Veranstaltung schon 2008 ab. Sie wird durch die Wein- und Rosentage ab 2010 ersetzt.

Weinsberg - Das Stadtfest gehört der Vergangenheit an. Es wird keine Neuauflage geben. Mit zu wenigen Anmeldungen begründet Bürgermeister Stefan Thoma die erneute Absage, nachdem schon 2008 einige Vereine ausgestiegen waren. Ab 2010 setzt die Stadt auf ein neues Konzept mit den Weinsberger Wein- und Rosentagen. Im Juni steht wieder das Traubenplatzfest an.

Rückzug 31 mal bewirteten Weinsberger Vereine zwischen Hauptstraße und Grasigem Hag, Marktplatz und Seufferheldplatz die Gäste. Bei „Rockt den Hag“ bebte der Festplatz für junge Leute, die heitere Orgel erklang in der Johanneskirche. Angesichts der Altersstruktur der Helfer kündigten 2008 Albverein, Hundesportler und Liederkranz Urbanus ihren Rückzug an. Ohne diese „Leistungsträger“ sagte Thoma das Fest der Vereine ab, um große Lücken in der Festmeile zu vermeiden. Die schöpferische Pause wollten Stadt, Vereine und Organisationen für neue Ideen zum Neustart nutzen.

„Immer mehr ist die Basis weggebrochen“, bedauert der Stadtchef. Der Generationswechsel bei der Helferschar, das geänderte Freizeitverhalten der Gäste nennt er als Gründe. Alle Bemühungen, andere Standorte oder Konzepte fruchteten laut Thoma nicht.

Daniela Wenninger, die in der Verwaltung für Stadtmarketing und Tourismus zuständig ist, berichtet über drei Besprechungen und nur 16 Zusagen. „Das ist zu wenig.“ Alternative Orte wie Stadtseepark oder der Innenhof im Staatsweingut schieden aus. Wenninger: „Das ist nach außen nicht mehr das Stadtfest.“

Die Bereitschaft der Arbeitsgruppe, etwas völlig Neues auf die Beine zu stellen, führte zum Arbeitstitel „Weinsberger Wein- und Rosentage“. Schließlich soll der im Herbst 2008 eingeweihte Rundweg mit 17 Tafeln und 100 Rosen-Neupflanzungen am Burgkranz aufgewertet werden, ebenso die erweiterte Weinlehrpfad-Strecke am Schemelsberg. „Wir wollen damit den gewandelten Bedürfnissen Rechnung tragen“, verspricht sich Thoma eine Aufwertung. Warum erst 2010? „Das schaffen wir nicht dieses Jahr.“

Was ist geplant? Der Festsonntag am 20. Juni 2010 konzentriert sich auf die Wein- und Rosenstrecke. Dort bauen Weinbaubetriebe ihre Stände auf, locken Aktionen rund um die blühenden Rosen. Basisstation für gastronomische Angebote wird der Bereich hinter der Johanneskirche, wo Vereine bruzzeln und kochen. Eine öffentliche Probe des Theatervereins vor den Weibertreu-Festspielen auf der Burgruine soll die Besucher anlocken, ebenso ein Treu-Weiber-Lauf in Anlehnung an die Historie. In der Woche zuvor sind Veranstaltungen rund um Reben und die edlen Rosengewächse geplant, ob in der Vinothek oder in den Weinsberger Rosenkulturen.

Künstler In diesem Sommer konzentriert sich Weinsberg auf das Traubenplatzfest am 20. und 21. Juni. „Es wird ein buntes Programm auf der Bühne“, verspricht Christine Lechner, die neue Abteilungsleiterin für Kultur und Sport. Schwäbische Mundart und viele Künstler aus der Umgebung sollen den Traubenplatz zum Festivalort verwandeln. Das Herbstfest Ende September ist weiterhin ein traditionelles Aushängeschild. „Auch wenn es kein Selbstläufer mehr ist“, weiß Hauptamtsleiter Thomas Siegle. Der Charakter des kleinen Weindorfs im Zelt bleibt erhalten.

Wein- und Rosentage statt Stadtfest
Rosen und Wein verbindet die Kernerstadt am Burgkranzweg.Foto: Kinzinger
Wein- und Rosentage statt Stadtfest
Viele Künstler bereichern das Traubenplatzfest.Fotos: Archiv/Stöhr-Michalsky