Staufermedaille für den Burgen-Dähn

Untergruppenbach/Löwenstein - Heimatforscher wird für jahrzehntelanges Engagement geehrt

Von Nelli Nickel

Staufermedaille für den Burgen-Dähn
Mit großem Engagement hat sich Karl-Heinz Dähn der Geschichte gewidmet, Burgen erforscht und den Nachlass von Manfred Kyber archiviert. Dafür überreichte ihm Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch die Staufermedaille.Fotos: Dittmar Dirks

Untergruppenbach/Löwenstein - Den Spitznamen Burgen-Dähn hat er nicht von ungefähr. Seit vier Jahrzehnten erforscht Karl-Heinz Dähn mit Leidenschaft die Geschichte in der Region Heilbronn. Insbesondere historische Gemäuer begeistern den 84-Jährigen. Aber auch dem Schriftsteller und Tierschützer Manfred Kyber galt und gilt seine Aufmerksamkeit. In Kleinstarbeit hat er dessen Nachlass zusammen mit seiner Frau Dorothea archiviert, eine Gedenkstätte und ein Museum für den Dichter in Löwenstein geschaffen. Für sein Engagement, Geschichte zu bewahren und lebendig zu machen, Identität zu stiften und die Kultur zu bereichern, hat der Untergruppenbacher nun die Staufermedaille erhalten.

Annerkennung

"Die Medaille ist eine persönliche Ehrung des Ministerpräsidenten", betonte Friedlinde Gurr-Hirsch. Im Rathaus überreichte die CDU-Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium am Freitagnachmittag die Auszeichnung, die Anerkennung und Dank für die Verdienste um das Land Baden-Württemberg ausdrückt.

"Karl-Heinz Dähn hilft uns, die Wurzeln zu bewahren, die wir auch für die Zukunft brauchen", hob Gurr-Hirsch hervor. "Für Ihre umfangreiche Arbeit haben Sie schon lange meinen Respekt." Dank sprach die Landtagsabgeordnete auch Dorothea Dähn aus, die ihren Mann "konstruktiv in der Sache begleitete".

Die Liebe zu Burgen verbindet das Paar. Von Anfang an, in allen 59 Ehejahren. "Das hat immer gut geklappt und enorm viel Spaß gemacht", sagt Dorothea Dähn. Die 86-Jährige freute sich ganz besonders über diese Auszeichnung: "Ich finde sie wunderbar."
 

Staufermedaille für den Burgen-Dähn

Die Staufermedaille gibt es für besondere Verdienste.

 

Die Liste der Verdienste von Karl-Heinz Dähn ist lang. Vieles hat der Pensionär bewirkt. "Immer ehrenamtlich und unentgeltlich", hob Gurr-Hirsch hervor. 1964 regte er die Ausgrabung der Burg Löwenstein an und leitete sie. Auch für die Burg Neipperg begeisterte er sich, erforschte die Baugeschichte. Jetzt freut er sich um so mehr, dass sich seine Daten, die er mühevoll erarbeitet hat, in den beiden Heilbronner Bänden "Kreisbeschreibung" wiederfinden.

Mit Vorträgen, Exkursionen und Büchern ließ er die Öffentlichkeit an den historischen Forschungen teilhaben. Im Internet gewährt er auf der Homepage www.burgwerk.de mit vielen Fotos einen Einblick in seine Arbeit als Burgenkundler.

Gerührt und erfreut nahm Karl-Heinz Dähn, der ehemalige Schulamtsdirektor und früherer Leiter der Löwensteiner Grundschule, Urkunde und Medaille entgegen. Bedankte sich gewohnt humorvoll bei seinen Weggefährten, wie dem früheren Löwensteiner Bürgermeister Ernst Birk, der ihm "die Ruine beschafft" habe, oder bei ehemaligen Forstdirektor Ulrich Kühnle, der die "Ruine aus dem Urwald geschält hat".

Seine Liebe für die alten Steine entdeckte Dähn in der dritten Klasse bei einem Ausflug zur Burg Blankenhorn. "Mauerreste haben es mir angetan", erklärte der Untergruppenbacher.

Ruinenmeditation

Noch nie habe er einen Stein vermessen. Er lässt seine Finger darüber fahren, versetzt sich in die Steine hinein. "Ich nenne das Ruinenmeditation", sagte Karl-Heinz Dähn.