Schüler setzen ihre Meinung ins Bild

Fotoausstellung zum Thema Toleranz und Respekt im Bildungszentrum Rossäcker

Von Margit Stöhr-Michalsky

Schüler setzen ihre Meinung ins Bild
"Wir sagen Stop zu Rassismus und wir fordern Courage. Das Wir gewinnt", so lautet der Leitsatz von Marius, Paul, Manuel, David und Gero.Fotos: Silke Vogel/Stöhr-Michalsky

Weinsberg - Rund 60 Schwarz-weiß-Aufnahmen von Schülern in unterschiedlichen Positionen, mit lachendem selbstbewusstem Ausdruck ziehen ab dieser Woche die Blicke im Flur vor dem Ganztagsbereich im Bildungszentrum Rossäcker auf sich. 130 Schüler der Klassenstufen fünf bis zwölf der drei Schulen, Justinus-Kerner-Gymnasium (JKG), Realschule und Stauferwerkrealschule, haben sich getraut, eine Meinung zu äußern, sie schriftlich unter ihrem Porträt, ob in Einzel- oder Gruppenaufnahmen, festzuhalten und sich damit zu positionieren. "TORE − Toleranz und Respekt für uns" heißt das Projekt, das die Schulsozialarbeiterinnen am Bildungszentrum Janina Maieron, Gaby Heiß und Brigitte Moll auf den Weg brachten. Was dabei herausgekommen ist, hat alle positiv überrascht.

Impuls Eine gemeinsame Fotoausstellung war schon lange im Kopf von Gaby Heiß. Das Thema Respekt visuell umzusetzen, schwebte ihr vor. Die Aufforderung der Jugendstiftung Baden-Württemberg zum Vielfaltspreis war ein weiterer Impuls, aktiv zu werden.

Im Team der Schulsozialarbeiterinnen entstand das Motto des Projekts: TORE. Es stellt symbolisch auch die Verbindung her zu den jährlich ausgetragenen Fußballturnieren. Diese sollen die drei Schulen zusammenzubringen, um das Miteinander zu stärken. Mit dem Schulleiter des Kolping-Berufskollegs für Grafik-Design, Horst Strümann, und der Fotografin Silke Vogel wurden die passenden Kooperationspartner gefunden.

20 Lehrkräfte und ein Schülerteam aus allen drei Schularten brachten die Idee in die Klassen und warben dafür, sich zum Thema zu äußern und sich am Fototag alleine oder mit anderen ins Bild zu setzen. "Wir sagen Stop zu Rassismus und wir fordern Courage. Das Wir gewinnt", haben vier Schüler als Aussage zu ihrem Bild geschrieben. "Jeder hat eine Meinung, und das sollte man tolerieren" steht unter dem Bild von Stefanie, Can und Nathalia. Marco aus der Stauferwerkrealschule ist einer davon, der sich im Vorbereitungsteam engagierte. "Wenn man Respekt gibt, bekommt man auch Respekt zurück", ist er überzeugt. Warum es im Umgang schwierig sei, begründet er damit, dass der Schulalltag oftmals langweilig sei und die Unzufriedenheit auf andere übertragen werde.

Alix vom JKG warb in der Oberstufe am Gymnasium für das Projekt. "Ich musste ziemlich Überzeugungsarbeit leisten", gab sie zu. Turba aus der Realschule war ebenfalls im Initiativteam und hat gute Resonanz bekommen. "Rassismus gibt es nicht an unserer Schule", meinte die Schülerin. Das Projekt mache aber sensibel.

Prävention "Es ist eine wichtige pädagogische Aufgabe, die jungen Leute auf den richtigen Weg zu bringen und zu begleiten", sagte Horst Strümann bei der Eröffnung der Fotoausstellung. Bürgermeister Stefan Thoma lobte das Projekt und das Engagement der Schulsozialarbeit. "Es ist die beste Prävention für die Zukunft". Vom Kiwanis-Club Weinsberger Tal überreichte er 400 Euro an Gaby Heiß für die weitere Förderung von Kindern und Jugendlichen. Schulamtsdirektor Wolfgang Seibold übergab vom Schulamtsförderverein "Gute Schule Unterland" 300 Euro. Auch die Fördervereine der drei Schulen am Bildungszentrum unterstützten das Projekt. "Denken Sie mal über eine Wanderausstellung nach", motivierte der Leiter des Kolping-Bildungskollegs die Organisatoren.

Schüler setzen ihre Meinung ins Bild
Die Schulsozialarbeiterinnen (v.l.) Gaby Heiß, Brigitte Moll und Janina Maieron.