Nachfolger für Tante-Emma-Laden gesucht

Streit um den Hügel auf Bethanien und mehr Parkplätze für das Finsterroter Dorfgemeinschaftshaus

Von Melanie Kräuter

Nachfolger für Tante-Emma-Laden gesucht
Einige Geschäfte beklagen sich über den Hügel auf Bethanien, weil sie dahinter nicht gesehen würden. 2009 wird die Erhebung nun verschwinden.Fotos: Melanie Kräuter

Freiwillige Die blauen Rolläden sind geschlossen, der kleine Laden an der Sulzbacher Straße in Neulautern ist verlassen. Das Geschäft habe sich für den Pächter nicht mehr getragen, erklärt Bürgermeister Heinz Nägele, der nun auf der Suche nach einem Nachfolger ist. „Der Laden soll seinen Tante-Emma-Charakter beibehalten.“ Der Betrieb sei ausgeschrieben worden, außerdem habe er Ortsvorsteher Martin Löffelhardt gebeten, in der Ortschaft Ausschau nach Freiwilligen zu halten, die das Geschäft übernehmen möchten. Wahrscheinlich könne sich der Laden nur halten, das gibt Nägele zu, wenn ihn die Besitzerin günstig verpachten würde und das Geschäft ehrenamtlich oder nur gegen ein geringes Entgelt geführt werde.

Politikum „Hauptsache, der Hügel kommt weg“, sagt Gabriele Dietrich, Inhaberin des Schreibwarenladens in Wüstenrot. „Der Hügel ist ein örtliches Politikum“, weiß Nägele. Einige der auf Bethanien angesiedelten Läden fühlten sich benachteiligt, weil sie dahinter versteckt seien. „Viele Leute wissen gar nicht, dass wir hinter dem Berg sind“, so Dietrich. Einst standen noch Bäume auf dem kleinen Berg. Jetzt, wo der letzte gefällt werden musste, ist es Zeit, über die Zukunft des Hügels nachzudenken. Der Familie Liebendörfer, die das Parkcafé betreibt, stinkt die Erhebung im wahrsten Sinne des Wortes. „Sie wird als Hundetoilette und Abfalleimer genutzt. Besonders im Sommer war es schlimm mit dem Geruch“, erinnert sich Gunther Liebendörfer. Cornelia Modrack, Inhaberin der Apotheke, und Margarete Forstbauer, der der Blumenladen gehört, stören sich nicht so sehr an dem Hügel. „Ich habe seit 30 Jahren mein Geschäft in Wüstenrot, da weiß jeder, dass ich da bin“, sagt Forstbauer. Genügend Parkplätze gibt es ihrer Ansicht nach auch. „Betonierter Asphalt wäre furchtbar“, findet die Apothekerin. „Wenn man es schön grün bepflanzen würde, wäre das okay“, so Forstbauer. Der Hügel verschwindet bis zum Dorffest 2009, das hat Nägele den Geschäftsinhabern zugesichert. Was genau mit der Fläche passiert, ist noch unklar. Er könnte sich vorstellen, dass einige Parkplätze zwischen Grünbepflanzung gebaut werden. Bänke sollen zum Verweilen einladen und den Platz zu einer Begegnungsstätte machen.

Abriss Beim Dorfgemeinschaftshaus in Finsterrot sollen ebenfalls Parkplätze entstehen. Die Gemeinde hatte im vergangenen Jahr ein Privathaus gekauft und es vor zwei Monaten abgerissen. „Das Dorfgemeinschaftshaus wird gut angenommen, aber es gibt bei jeder Veranstaltung Probleme mit dem Parken“, begründet der Bürgermeister. Auf dem Platz soll eine Grünfläche mit Parkplätzen entstehen, die auch bei Veranstaltungen etwa für den Aufbau von Ständen genutzt werden kann. Die erste Gelegenheit wird im Juli 2008 das Finsterroter Dorffest sein. „Bis Ende Juni soll der Platz fertig sein. Das habe ich versprochen“, so Nägele.

Weihnachtsmarkt Die Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt der evangelischen Kirchengemeinde Wüstenrot an diesem Sonntag rund um die Kilianskirche laufen auf Hochtouren. Sockenstrickerinnen sind am Werk, Pralinen werden kreiert, Adventskränze gebastelt. Insgesamt seien etwa 50 Leute beteiligt. „Der Markt wird immer sehr gut angenommen. Es kommen auch Besucher aus umliegenden Gemeinden“, freut sich Pfarramtssekretärin Christa Löffler.

Nachfolger für Tante-Emma-Laden gesucht
Für den Tante-Emma-Laden in Neulautern wird ein Nachfolger gesucht.
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In Finsterrot sollen Parkplätze für das Dorfgemeinschaftshaus entstehen.