Mobiler mit dem Seniorenbus

Stadtseniorenrat investiert 26 000 Euro für einen Achtsitzer − Engagement gefragt

Von unserer Mitarbeiterin Margit Stöhr-Michalsky

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"Es ist wohltuend, dass wir keinen Erfolgsdruck haben."

Ulrike Bürk

Weinsberg - Das hat die Seniorenbeauftragte der Stadt Weinsberg, Ulrike Bürk, nun doch verblüfft. Kaum war der Hinweis im amtlichen Nachrichtenblatt erschienen, dass ehrenamtliche Fahrer für den geplanten Seniorenbus gesucht werden, hatte sie elf Interessierte auf ihrer Liste stehen.

Die Zeichen stehen gut, dass das Vorhaben starten kann, einen Seniorenbus zu etablieren. Ziel ist, die Mobilität der Älteren zu erhöhen. Immerhin zählt die Stadt 1700 Bürger über 75 Jahre. Einen erheblichen Beitrag leistet in diesem Fall der Stadtseniorenrat Weinsberg, der sich vor vier Jahren formierte. Das Gremium bringt sich mit Rat und Tat ein, wenn es um die Belange von Senioren geht. Er ist integriert im Netzwerk des Kreisseniorenrates für den Stadt- und Landkreis Heilbronn.

Dank privater Zuwendungen und Spenden habe der Verein Geldmittel, die für den Vereinszweck, nämlich Förderung der Altenhilfe, verwendet werden könnten, sagt der Vorsitzende Siegfried Trübendörfer. "Wir können nun gezielt materielle Hilfe leisten." Der Bus soll helfen, dass ältere Menschen am politischen und gesellschaftlichen Leben in ihrer Stadt teilnehmen, teilt er mit. Der Verein finanziert einen Automatik-Bus Fiat Ducato mit acht Plätzen und einer breiten Trittstufe mit 26 000 Euro. Auch die Betriebskosten für die erste Zeit übernimmt der Stadtseniorenrat.

Organisation Die Planung, wie der Bus einsetzbar ist, die Bedarfserhebung und die konkrete Organisation, das ist der Part von Ulrike Bürk vom Seniorenbüro. "Wir sehen vor, dass dienstags und donnerstags der Bus für Einkaufsfahrten zur Verfügung steht", informiert sie. "Es ist ein tolles Beispiel für ein gemeinsames soziales Engagement", freut sich Bürgermeister Stefan Thoma. Er befürwortet diese Einrichtung und hat bereits Ideen, wie das Fahrzeug effektiv genutzt werden könne. Neben dem Einkaufsdienst könnten sich die älteren Bürger auch in den Teilorten kennen lernen und Veranstaltungen besuchen. "Mit dem stationierten Fahrzeug könnten auch wenige Senioren etwas unternehmen, wo sich sonst ein großer Bus finanziell nicht lohnt", denkt Ulrike Bürk nach. "Es ist wohltuend, dass wir keinen Erfolgsdruck haben", ergänzt sie.

Ein Einkaufstaxidienst, der vor vier Jahren getestet wurde, war nur schleppend angenommen worden. "Wir können in Ruhe den Bedarf abklären und die Wünsche der Senioren ermitteln", so Bürk.

Resonanz "Auf jeden Fall wünschen wir uns eine rege Nutzung, damit das Angebot sinnvoll ist", meint Verwaltungschef Stefan Thoma. Der Seniorenbus ist auf die Stadt Weinsberg zugelassen. Alle ehrenamtlichen Fahrer sind versichert. Im Januar steht das Fahrzeug zur Verfügung, zeitgleich gibt es für die Fahrer eine Einweisung. Wer sich noch ehrenamtlich für den Seniorenbus engagieren möchte, kann sich bei Ulrike Bürk unter der Telefonnummer 07132 4512-141 melden.