Mehr Bedarf als gedacht

Tafelladen hat viele Kunden − Helfer schätzen sinnvollen Einsatz

Von unserer Mitarbeiterin Margit Stöhr-Michalsky

Mehr Bedarf als gedacht
Die ehrenamtlichen Mitarbeiter Heinz Sprosser und Maria Gentner verpacken Obst und Gemüse für das Angebot im Tafelladen.Foto: Margit Stöhr-Michalsky

Weinsberg - Gerade sind Lebensmittel für den integrierten Tafelladen vom Lager der Kreisdiakonie angekommen. Kisten mit Obst werden in handliche Beutel verpackt. Gemüse steht bereit, dazu kommen Säfte, Konserven. Jetzt bleibt den ehrenamtlichen Helfern des Diakonieladens in Weinsberg knapp eine Stunde Zeit, um die Ware zu sortieren, mit Preisen auszuzeichnen und einzuräumen, bevor der Secondhand- und Tafelladen öffnet. Danach herrscht ein lebhafter Betrieb.

Resonanz "Unser soziales Angebot wird in großen Maßen angenommen", bestätigt Ursula Richter, Leiterin der Diakonischen Bezirksstelle Weinsberg. Obwohl sie den Bedarf gekannt habe, sei sie doch überrascht, dass deutlich mehr Ausweise für den Tafelladen in der Bezirksstelle ausgestellt werden als erwartet. Vor allem Menschen mit geringer Erwerbsunfähigkeitsrente und kleiner Rente seien angewiesen, auch auf den Secondhandbereich, der für alle offen ist. Hierfür gehen immer wieder Spenden bei der Bezirksstelle ein.

Die Resonanz der Kunden zeige, dass der Standort Weinsberg willkommen sei, so könnten Stadtbahnkosten nach Heilbronn gespart werden, so Ursula Richter. "Wir überlegen, ob wir einen dritten Tag öffnen können." Zu Beginn ist sie im Laden, um neue ehrenamtliche Mitarbeiter einzuweisen, Teams zusammenzustellen, Fragen zu beantworten. Die Mitarbeiter sind sehr engagiert, freut sie sich. Christine Kolb aus Obersulm ist rührig, gibt Ratschläge zur Auszeichnung, teilt Secondhand-Ware zu. Später nimmt sie an der Kasse die Einkäufe in Empfang.

Erfahrungen Zur Zeit sei auch Bekleidung im Saisonschlussverkauf um die Hälfte reduziert. Die ehrenamtliche Helferin ist routiniert, hat sie doch schon ein Jahr im Diakonieladen Heilbronn Erfahrungen gesammelt. "Mir gefällt der Umgang mit den Menschen, und ich verkaufe gerne, deshalb helfe ich hier mit", zeigt sie sich begeistert.

Erfahrungen seit der Eröffnung des Diakonieladens Mitte Dezember hat Heinz Sprosser gesammelt. Er ist seit dieser Zeit im Ruhestand und findet hier eine neue Aufgabe. "Ich wollte helfend und unterstützend tätig sein", begründet er seine ehrenamtliche Mitarbeit. Er packt beim Ausladen der Ware mit an und später beim Verkauf im kleinen Tafelladen. "Wir lernen bei jedem Einsatz dazu, es klappt wirklich schon gut", meint er. Manche Kunden kommen bereits regelmäßig. "Gute Gespräche entstehen" sagt er. Maria Gentner aus Lehrensteinsfeld verpackt Bananen und Orangen. Sie ist seit kurzem im Vorruhestand. "Ich wollte etwas Sinnvolles machen", erzählt sie. Und sie erkenne hier, wie gut es einem selbst gehe.

Der Diakonieladen Weinsberg ist dienstags von 9 bis 12 und donnerstags von 12 bis 18 Uhr geöffnet.