Letzter Haltepunkt im Kreis in Betrieb

Weinsberg - Mit der Einweihung von Weinsberg-West geht der letzte Haltepunkt der Stadtbahnstrecke Eppingen - Öhringen auf dem Gebiet des Landkreises Heilbronn ans Netz. Die „Verbindungs- und Lebensader“, wie sie Renelt, Leiter des Amtes Bauen, Umwelt und Planung beim Landratsamt, ausrückt, ist damit komplett. „Wir haben auf das richtige Pferd gesetzt“, stellt auch Bürgermeister Stefan Thoma heraus, wie wichtig die Stadtbahn, seit 2005 in Betrieb, für Weinsberg und die Region ist.

Von Sabine Friedrich

Letzter Haltepunkt im Kreis in Betrieb
Freuen sich über den Stopp Weinsberg West: Bürgermeister Stefan Thoma (von links), Siegfried Lorenz (AVG) und Claus-Jürgen Renelt (Landratsamt).Foto: Sawatzki

Weinsberg - Wir sind fertig“, ruft Claus-Jürgen Renelt erfreut in die Runde, die am Freitagmorgen im Regen steht. Wegen des Wetters, nicht sprichwörtlich. Denn es herrscht eitel Sonnenschein. Mit der Einweihung von Weinsberg-West geht der letzte Haltepunkt der Stadtbahnstrecke Eppingen - Öhringen auf dem Gebiet des Landkreises Heilbronn ans Netz. Die „Verbindungs- und Lebensader“, wie sie Renelt, Leiter des Amtes Bauen, Umwelt und Planung beim Landratsamt, ausrückt, ist damit komplett. „Wir haben auf das richtige Pferd gesetzt“, stellt auch Bürgermeister Stefan Thoma heraus, wie wichtig die Stadtbahn, seit 2005 in Betrieb, für Weinsberg und die Region ist.

Fahrgäste

Die Zahlen untermauern die „Erfolgsgeschichte“ (Thoma). Am Bahnhof der Kernerstadt, die nunmehr drei Stationen hat, steigen mit rund einer Million Fahrgästen pro Jahr die meisten S-4-Nutzer ein und aus. Auf der Strecke Heilbronn - Öhringen sind es inzwischen fast 14 000 Menschen täglich, gibt Siegfried Lorenz von der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) das neueste Aufkommen bekannt.

„Weinsberg West wird zur Attraktivitätssteigerung der angrenzenden Gewerbegebiete und der geplanten Wohngebiete führen und setzt damit Impulse für die Stadtentwicklung“, ist Renelt überzeugt. Die Betonung liegt auf geplant, denn Weinsberg hat vorerst die Erschließung des „Heilbronner Fußwegs“ zurückgestellt, bis genügend Bauplätze im „Hirschberg“ verkauft sind. Thoma geht jedoch „felsenfest“ davon aus, dass die Planungen für Wohnen oberhalb des Haltepunktes in der August-Läpple-Straße vorangetrieben werden.

Nutzen später

„Eines nach dem anderen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, verspricht der Stadtchef. Die Zurückstellung liege nicht an der mangelhaften Planung, sondern an der demografischen Entwicklung. Dennoch ist allen klar, „der volle Nutzen wird erst kommen, wenn das Baugebiet da ist“, sagt Thoma.

Während der offiziellen Übergabe sind es ein paar Einweihungsgäste, die aus der Stadtbahn aussteigen. Aber schon vor dem angekündigten Startschuss um 10 Uhr haben die Züge gehalten. Einige Menschen seien eingestiegen, erzählt Dolores Ossyra von der DB Station Service AG, zusammen mit der DB Netz Eigentümer des Haltepunktes. Ossyra wünschte sich, dass die Nutzer mit der Station pfleglich umgehen, die „tolle Brücke“ auch nutzen und sich nicht in die Gefahr begeben, über die Gleise zu marschieren.

Brückenoptik

Die Brücke ist eine Ausnahmeerscheinung, nicht der Einheitsstandard aus Stahlbeton, sondern aus Holz. „Wir haben versucht, eine Optik zu finden, die in die Landschaft passt“, erklärt AVG-Bauabteilungsleiter Thomas Rupp, der zugibt, dass Bauwerk etwas wuchtig erscheint. Für Thoma ist es „ein bisschen zu massiv“. Die braun- orangerote Farbgebung ist auch nicht nach seinem Geschmack. Er bevorzugt Stahl, Beton und Grau.

1,1 Millionen Euro hat die Station gekostet. Bund und Land zahlen 85 Prozent, Stadt und Landkreis Heilbronn teilen sich die restlichen 165 000 Euro und die 110 000 Euro für die Planung.