Kunst und Natur verbinden

Realschüler zeigen im Sulmpark ihre vielfältigen Arbeiten

Von Gustav Döttling

Kunst und Natur verbinden

"Das ist ein ganz besonderes Schulfest mit einer tollen künstlerischen Vielfalt."

Schulleiter Herbert Scharli

Obersulm - Ein ganzes Schuljahr haben die Obersulmer Realschüler aus 27 Klassen mit ihren Kunst- und Musiklehrern auf diesen Abend hin gearbeitet. Über 300 Besucher würdigten bei einem Parkfest die künstlerischen Schülerarbeiten im Sulmpark.

Mit Naturmaterialien, Pappmaché, Ytong-Skulpturen, Schattenbildern aus Müll, Weidentipis und Weidenkugeln, Vogelskulpturen aus Holz, Tonköpfen, einem Bach aus Rosenblüten sowie Bildern auf der Sulminsel, interaktiven Installationen mit Heubett und Marionetten aus Haselnussstäben oder einem "Tunnel des Grauens" stellten die Schüler aller Realschulklassen ihre künstlerischen Talente unter Beweis. "Was mich sehr begeistert hat, war, dass sich die Schüler mit tollen Ideen in dieses Landartprojekt eingebracht haben und bereit waren, sich weit über ihre schulische Verpflichtung hinaus zu engagieren", sagte die Floristmeisterin Eleonore Schick. Die Landart-Künstlerin aus Spiegelberg stand gemeinsam mit dem Erlebnispädagogen Alexander Häfele seit Schuljahresbeginn den Schülern und Kunstlehrern beim Naturprojekt "Kunst im Park" beratend zur Seite.

Außergewöhnlich Schwungvoll begrüßten die drei Bläserklassen der Realschule die Vernissagegäste musikalisch. "Liebe Gäste, ich freue mich, dass unsere Realschule heute eine Kunstausstellung der besonderen Art und an einem außergewöhnlichen Ort präsentiert, die Idee, Kunst und Natur zu verbinden, macht doch neugierig", begrüßte Bürgermeister Harry Murso die Besucher. Die Veranstaltung sei bereits der zweite Beitrag Obersulms im Rahmen des aktuellen Projekts der Kulturregion Heilbronn "Künstler gehen in die Schule" (KIDS).

"Das ist ein ganz besonderes Schulfest mit einer tollen künstlerischen Vielfalt", war Schulleiter Herbert Scharli auf seine Kunstlehrer und ihre Schüler stolz.

"Kunst im Park, ein tolles Event! Was hier die große Mehrheit der Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihren Lehrerinnen und Lehrern geleistet haben, hat mich hell begeistert. Die Ideen, deren Umsetzung sind einfach nur ganz große Klasse", schwärmte Gemeinderat Peter Trunk.

Gleich drei mal setzte die Klasse 6 b am Trockenbachlauf "Die getupften Teufelchen" von Manfred Kyber in Szene. "Wir wollten Wahrnehmungskrusten aufbrechen", erläuterte Kunstlehrer Matthias Frede die Müllinstallation "Schattenseiten". Kleine angeleuchtete Müllanhäufungen zeigten im Schattenbild zwei Schwäne, eine liegende Frau oder Katz und Maus. "Sehr gut, hervorragend gemacht", meinte Besucher Marc von Dapper-Saalfels.

Schriftzüge Mit Blättern, Nüssen, Tannenzapfen, Blüten oder kleinen Ästen fanden sich auf den Wiesen mehrfach in "Naturbildern" die Schriftzüge "RSO" auf den Parkrasen gelegt. "Was ist das, das piekst?", sagte Schülerin Denise, die mit verbundenen Augen den Barfuß-Erlebnispfad ausprobierte.

Bei mehreren Parkführungen stellten die Schüler ihre Kunstinstallationen vor. "Jeder Schüler hat ein Glas und ein Teelicht mitgebracht", erklärte Lukas (12) aus der siebten Klasse. Bei Einbruch der Dunkelheit entzündeten die Schüler die 500 Kerzen und illuminierten ihre Natur-Kunstwerke. Von einem kleinen Parkhügel spielten die Bläserklassen unter der Leitung von Musiklehrer Moritz Behringer zum Festausklang "Also sprach Zarathustra".