Historische Stätte wird wiederbelebt

Nach Sanierung sind kulturelle Veranstaltungen und Nutzung durch Vereine in der Alten Schule geplant

Von Karin Freudenberger

In das alte Schulhaus in der Schulgasse soll wieder Leben einziehen. Die Gemeinde macht sich Gedanken über eine Sanierung. Örtliche Vereine haben Interesse an einer Nutzung signalisiert.Foto: Karin Freudenberger

Eberstadt - Jahrzehntelang schlummerte die Alte Schule vor sich hin. Jetzt soll sie aus dem Winterschlaf ge- weckt werden. Zumindest hat der Gemeinderat mit seinen jüngsten Beschlüssen dafür die Weichen gestellt. Zum einen wurde die Verwaltung beauftragt, nochmals intensive Gespräche mit den ortsansässigen Vereinen und Gruppierungen über die Nutzung zu führen. Danach wird ein Planungsbüro eine Gebäudeaufnahme und statische Berechnungen machen. Schließlich wurde die Verwaltung ermächtigt, Angebote von drei bis vier Architektenbüros bis zum 30. April 2008 einzuholen. „Die Mehrfachbeauftragung kostet zwar im Vorfeld etwas mehr Geld als ein Architektenwettbewerb, dafür dürfen wir aber alle Ideen daraus benutzen und weiter verfolgen“, erläuterte Bürgermeister Timo Frey dem Gemeinderat.

Weitere Gespräche Die Hausaufgaben des Schultes liegen jetzt zunächst in weiterführenden Gesprächen mit den künftigen Nutzern. Klar ist bereits, dass Institutionen mit eigenen Gebäuden wie etwa die Feuerwehr kein Interesse am alten Schulhaus haben. Andere Vereine haben jedoch signalisiert, dass sie gerne dort proben oder Veranstaltungen organisieren würden. Unbedingt benötigt wird deshalb beispielsweise eine Küche. Und auch die Erweiterung der Sanitäranlagen steht auf der Prioritätenliste ganz oben. Der Seniorentreff, der derzeit regelmäßig im Hölzerner Mehrzweckhaus zusammenkommt, antwortete, dass die älteren Mitbürger gerne im alten Schulhaus ihren Erinnerungen frönen würden. Künstler könnten sich Ausstellungen dort vorstellen, das Literaturcafé möchte an historischer Stätte lesen. „Eines der Ziele heißt, das Dachgeschoss als Veranstaltungssaal auszubauen“, erläuterte Frey und schickte hinterher, dass dafür natürlich das Treppenhaus erneuert werden muss.

Genauso wichtig ist der Einbau eines Fahrstuhls mit barrrierefreiem Zugang. Allzu große Euphorie zum „Theatersaal unterm Dach“ dämpfte Sanierungsberater Peter Stolz allerdings mit dem Hinweis, dass der Ausbau auch unter feuerschutztechnischen Gesichtspunkten genehmigt werden muss.

Wolfgang Lüftner forderte, dass die Arbeitsgruppe „Altes Schulhaus“ schon im März tagt und stärker in die Vorbereitungen eingebunden wird. Konkrete Gedanken hatte er sich beispielsweise zu den im Flur verlegten Fliesen gemacht. „Die sollten wir retten und wieder einbauen“, erachtet er sie als wertvoll.

Die für die Gemeinde entstehenden Sanierungskosten sind im Rahmen der Ortskernsanierung II mit 60 Prozent zuschussfähig. Bereits 2005 war die Gemeinde in das Landessanierungsprogramm aufgenommen worden.

Neuer Mittelpunkt Für den Bürgermeister ist das alte Schulhaus künftig ein wichtiger neuer Mittelpunkt des Ortes, wenn der Lebensmittelmarkt auf dem Marktplatz seine Pforten schließt. „So steuern wir einem weiteren Ausbluten entgegen“, so Frey.