Die Winzer mit dem Löwen

sich das WG-Team von der Umfirmierung erwartet

Von unserem Redakteur Joachim Kinzinger

Die Winzer mit dem Löwen
Ein Prosit auf die neue WG (von links): Vorstandschef Otto Freyer, Geschäftsführer Dirk Mosthaf, Bereichsleiterin Silvia Schelle und Geschäftsführer Thomas Prieschl.

Weinsberger - Ein majestätischer Löwe, darunter die stilisierte Landschaft mit einem geschwungenen Strich, zudem vier Sterne, die an die früheren Betriebe Löwenstein, Eberstadt, Willsbach und Eschenau erinnern: So sieht das Logo der Winzer vom Weinsberger Tal aus. 89 Prozent der WG-Mitglieder stimmten Ende November bei der außerordentlichen Generalversammlung in der Willsbacher Hofwiesenhalle der Umfirmierung der Winzergenossenschaft Löwenstein zu (wir berichteten).

"Schon bei der Vorstellung des Übernahmekonzepts haben wir uns mit dem Thema Neufirmierung beschäftigt", sagt der WG-Vorstandsvorsitzende Otto Freyer aus Löwenstein. Der Begriff Weinsberger Tal ist der Favorit. "Wir haben uns von der Marktforschung den Namen bestätigen lassen", fügt Silvia Schelle, Bereichsleiterin für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, hinzu. Weil das Tal bundesweit bekannt ist, auch bei der Tourismusgemeinschaft Heilbronner Land eingeführt ist, den Wein schon im Namen hat, das Landschaftsbild vermittelt. Und weil sich alle Wengerter von Eberstadt bis Löwenstein nach dem Zusammenschluss hier wiederfinden.

Mit dem Satz "Weingärtner sind nicht so bekannt wie Winzer" begründet Geschäftsführer Thomas Prieschl, warum die neue WG diesen Begriff gewählt hat. Prieschl arbeitet in Löwenstein, ist für Verwaltung, Buchhaltung, Controlling und Mitgliederwesen zuständig.

Vertrieb Der zweite Geschäftsführer Dirk Mosthaf kümmert sich von Eberstadt aus um den Vertrieb. Im Sortiment wird Winzer vom Weinsberger Tal auf Flaschenetiketten für die Premiumsschiene und die Winzersekte verwendet. Die "Junge Linie" von Eberstadt, ein Trollinger Blanc de Noir, wird dabei der Premieren-Winzerwein. Der soll noch vor Weihnachten erhältlich sein, so Mosthaf. Die Standorte der ehemaligen Genossenschaften firmieren unter Weinhaus und behalten ihr bisheriges Logo, damit die Kunden weiterhin deren Weine im Regal finden. Oder wie es WG-Chef Freyer formuliert: "Die bestehenden Häuser bleiben wie sie sind." Von derzeit 240 auf künftig 140 bis 160 Produkte strafft Mosthaf die Gesamtliste.

Wie hat sich die WG seit der Fusion im Juli entwickelt? "Wir haben die Talfahrt bei der Fläche gestoppt, keine Austrittswelle mehr und sogar neue Mitglieder aufgenommen", betont Freyer aus Löwenstein. 835 Wengerter bringen 423 Hektar ein. Eine "durchweg positive Grundstimmung" macht Geschäftsführer Mosthaf bei den Mitgliedern aus. Dies habe sich auch beim Begegnungstag gezeigt, betont Prieschl. Aus vier Sternen könnten auch mehr werden, hält Freyer die Türen für weitere Betriebe geöffnet. Über neue Aktionen denkt Silvia Schelle nach: "Die Leute sollen eine Weinreise durchs Weinsberger Tal machen."

Qualität Der Rückblick auf den Herbst 2011 fällt beim Winzerteam so aus: überdurchschnittliche Qualität, die Frostschäden im Mai haben jedoch Riesling und Frühsorten wie Samtrot und Schwarzriesling gebeutelt. 33 Prozent weniger Gesamtmenge, das hat Geschäftsführer Prieschl verbucht. Sobald der neue Name ins Genossenschaftsregister eingetragen ist, wird alles umgestellt: Visitenkarten, Preislisten, Homepage, Lkw-Beschriftungen, Fahnen. Schelle: "Möglichst schnell soll alles fertig sein."

Die Winzer mit dem Löwen
Die einstige WG Eberstadt wird wie die Standorte in Willsbach und Löwenstein zum Weinhaus. Das typische Geschmacksprofil der seitherigen Produkte soll erhalten bleiben. Fotos: Guido Sawatzki
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