Big-Band-Probe ist die Lieblingsstunde

Weinsberg - "Diese Big Band hat an unserer Schule noch gefehlt." Mit diesen Worten bedankte sich Rektor Hans-Jürgen Maciejewski nach dem ersten Solokonzert der Band bei den Musikern und Dirigent Adrian Lewczuk.

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Big-Band-Probe ist die Lieblingsstunde
Adrain Lewczuk beim ersten eigenen Konzert der Big Band. In dieser wollten so viele Schüler spielen, dass ein Casting notwendig war.Foto: Karin Freudenberger

Weinsberg - "Diese Big Band hat an unserer Schule noch gefehlt." Mit diesen Worten bedankte sich Rektor Hans-Jürgen Maciejewski nach dem ersten Solokonzert der Band bei den Musikern und Dirigent Adrian Lewczuk. Er hätte auch sagen können: "Dieser Lehrer hat uns noch gefehlt." Denn der gebürtige Mannheimer hat in den eineinhalb Jahren seiner Tätigkeit am Justinus-Kerner-Gymnasium schon so viele Fans gefunden, dass selbst alteingesessene Kollegen staunen.

Die Musik wurde Lewczuk in die Wiege gelegt. Seine Mutter ist Dirigentin, leitet im Raum Mannheim mehrere Chöre. Bruder und Schwester sind ebenfalls Musiker, gemeinsam firmieren die Drei auch als Lewczuk3.

Fremdsprache

Während der Schulzeit entdeckte Lewczuk, dessen Eltern aus Polen stammen, die Liebe zum Italienischen, lernte es als dritte Fremdsprache. Nach dem Abitur war klar, dass Musik und Italienisch auch künftig im Mittelpunkt stehen werden. Also studierte er beide Fächer am Konservatorium Mannheim mit Schwerpunkt Klavier und Gesang sowie an der Universität Heidelberg. Während des Referendariats in Stuttgart las Lewczuk die Anzeige, dass das Kerner-Gymnasium einen Italienischlehrer sucht. Das Fach Musik kam Maciejewski gelegen, noch mehr überzeugte ihn Lewczuks Aussage: "Ich habe während des Studiums schon eine Schul-Big-Band geleitet."

Der 31-Jährige startete sofort eine Umfrage unter den Schülern, wer mitspielen möchte. "Wir hatten so viele Interessenten, dass wir ein Casting machen mussten, einige aus Altersgründen auf die Zukunft vertrösten mussten", berichtet er. Seitdem gilt die Bandprobe donnerstags in der Mittagspause bei Schülern und Dirigent als Lieblingsstunde.

Noch mehr Zeit investiert

Lewczuk derzeit in das Musical "Grease", das Ende Juli mit rund 120 Schülern aufgeführt wird. Der Lehrer ist für die Gesamtorganisation zuständig und bringt seine Mannheimer Erfahrungen ein, da er "Grease" auch dort aufgeführt hatte. Überhaupt gibt es momentan noch eine Art doppelten Lewczuk: in Mannheim den renommierten Künstler, in Weinsberg den beliebten Lehrer. Auch komponiert und getextet hat er schon. Zum Beispiel für einen Kandidaten der Bürgermeisterwahl eine Neuinterpretation des Rio-Reiser-Hits "Wenn ich OB in Mannheim wär".

Jazz

Wenn Lewczuk ins CD-Regal greift, dann Jazz, Jazz-Pop oder gelegentlich Klassik. Auch am Flügel spielt er am häufigsten diese Musik. Seine Urlaubspläne für diesen Sommer sind auch schulischer Natur: ein Italienischkurs für Italienischlehrer. Das frühere Großstadtkind hat es nicht bereut, nach Weinsberg gekommen zu sein: "Ich habe hier optimale Bedingungen angetroffen, die Atmosphäre an der Schule ist toll, es sind viele sehr musikalische Schüler im Gymnasium."