Band aus dem Anfangsjahr auf der Bühne

Obersulm - Behinderte und nichtbehinderte Menschen genießen Open-Air-Festival auf dem Friedrichshof

Von Julia Spors

Band aus dem Anfangsjahr auf der Bühne
Für gute Stimmung auf dem Festivalgelände in Obersulm-Eichelberg sorgte unter anderem die Gruppe Crazy Little Thing.Foto: Julia Spors

Obersulm - Unter dem Motto „Feiern unter Freunden“ ging das Friedrichshof-Festival in Obersulm-Eichelberg am vergangenen Wochenende in die achte Runde. Die beliebtesten Musikbands der bisherigen Festival-Geschichte sowie zwei Neulinge, Crazy Little Thing und Seven Ways, kamen und verwandelten den Bewohner-Garten in ein Konzert-Gelände. Essens- und Getränkestände, zwei Bühnen und gut gelaunte Besucher bestimmten das Bild, trotz des durchwachsenen Wetters.

Tanzen ohne Pause

„Irgendwie scheint nie richtiges Sommerwetter beim Festival zu sein“, merkte Ulrike Richter, Öffentlichkeitsreferentin der Evangelischen Stiftung Lichtenstern an. Nasskaltes Wetter bestimmte den Abend, einigen Besuchern wurde aber bereits bei der ersten Band richtig warm, tanzten sie doch eifrig vor der Bühne. „Die Bewohner freuen sich so sehr auf das Festival, dass einige gleich nach Beginn der Veranstaltung vor der Bühne stehen und feiern“, erklärte Richter. „Das macht richtig Spaß“, merkte ein tanzender Bewohner ein paar Stunden später verschwitzt an. Eine Pause wollte er sich nicht gönnen, „schlafen kann ich später, wenn alles vorbei ist“, sagte er.

Die Idee zum Festival entstand 1995. Ein Mitarbeiter organisierte damals ein kleines Open-Air-Konzert, jedoch erst 2003 wurde eine zweite Veranstaltung im Garten der Zweigeinrichtung der Evangelischen Stiftung Lichtenstern geboten. Das Interesse wuchs ständig, und so hat sich das Festival entwickelt: vier Bands, darunter Marquess, standen etwa im vergangenen Jahr auf dem Programm. In diesem Jahr kamen die Besucher in den Genuss der Festival-Premieren-Bands Crazy Little Thing und Seven Ways sowie Mary Jane, Better than und Dauergast Good News. Die Tollhouse-Gang, die Bewohnerband, sowie die Performance-Gruppe Feuerflug komplimentierten den Abend.

Integration gelebt

„Hier wird Integration gelebt“, sagte Richter. Menschen mit Behinderung standen inmitten der Besucher von außerhalb. Berührungsängste gab es keine. „Die Hemmschwelle geht bei solch einer Veranstaltung weg“, erklärte Besucherin Julia Waigand und mischte sich mit Freundin Tanja Wassergau unters Partyvolk. Wegen Good News, der Hauptband, waren sie gekommen.

Als Seven Ways Pause machte, griffen die Mitglieder der Tollhouse Gang selbst zu den Instrumenten. Auf der kleinen Bühne gegenüber der großen zeigten die geistig behinderten Menschen, wie viel Spaß sie an der Musik haben.

Zum Abschluss des Festivals spielte die Band Good News, die sich aus Musikern der Region zusammensetzt. Ein paar Bewohner des Friedrichshofs schlummerten derweil in ihren Betten. Das Tanzen hatte müde gemacht.