Urgestein mit Herz und Verstand

Gemeinde Ellhofen verleiht Klaus Trender beim Neujahrsempfang das Ehrenbürgerrecht

Von Joachim Kinzinger

Urgestein mit Herz und Verstand
Der Ellhofener Bürgermeister Wolfgang Rapp (links) hat Klaus Trender die Ehrenbürgerurkunde übergeben. (Foto: Ulrike Kugler)

Wie kein anderer verkörpert der 68-jährige frühere Bauunternehmer in der Sulmtalgemeinde ehrenamtliches Engagement. In über drei Jahrzehnten von 1971 bis 2004 hat er in „allererster Reihe für seinen Geburtsort, seine Heimat, seine Gemeinde, sein Ellhofen gekämpft“, sagt Bürgermeister Rapp bei der Laudatio. Zunächst für die Unabhängige Wählervereinigung, ab 1975 für die CDU.

Klaus Trender hatte sehr viel Einfluss. Mit seinem Fachwissen als Bauunternehmer. Mit seinem Gespür für wichtige Themen. Mit seinem Engagement, für Dinge einzutreten, auch wenn sie zunächst nicht populär waren. Dem starken Partner im Raum Weinsberg, also der Kernerstadt, zeigte Trender in der Ära Walter Kuhn, dass Ellhofen nur auf Augenhöhe verhandelt.

Allein 29 Jahre vertrat er als Stellvertreter die Bürgermeister Ernst Schulz, Georg Michl und Wolfgang Rapp. „Sie haben es nicht nur ausgefüllt, Sie haben es gelebt“, weiß Rapp. Trender habe immer mit ganzem Herzen zur Verfügung gestanden, wenn Rat und Unterstützung gefragt waren. Diese Eigenschaften schätzt der Gemeindechef bei ihm: an der Sache orientiert, kämpferische Art, großer Sachverstand, enormes Engagement.

Der Ellhofener trägt bereits die Ehrennadel in Gold des Gemeinde-tages, die Ehrenmedaille des Landes. Jetzt verlieh ihm der Gemeinderat die höchste Auszeichnung wegen des ehrenamtliches Engagements: die Ehrenbürgerwürde.

Unter dem Beifall der Gäste bittet der Schultes den neuen Ehrenbürger auf die Bühne, der auch nach seinem Rückzug 2004 aus der Kommunalpolitik weiterhin aktiv bleibt. Im Gutachterausschuss der Kommune und bei der Aufarbeitung des Gemeindearchivs.

„Ich war völlig überrascht und sprachlos“, erzählt der Geehrte, als ihm Rapp den Ratsbeschluss verkündete. Jetzt erst werde ihm der hohe Stellenwert dieser Ehrung bewusst. Er freut sich, dass seine langjährige Tätigkeit so geschätzt wird. Sein Motto heißt: „Was tue ich für meine Gemeinde? Und nicht, was tut die Gemeinde für mich?“ Die Arbeit im Gemeinderat war für ihn spannend, interessant und kurzweilig. Unter dem langen Beifall der Zuhörer geht er wieder in den Saal.

Dort sitzten in der ersten Reihe auch der frühere Bürgermeister Georg Michl und seine Frau Angelika, die zum Neujahrsempfang aus Ellhofen im Allgäu angereist sind. Was macht eigentlich der frühere Schultes? Er hat dort unter dem Namen „wein michl“ kürzlich ein Geschäft als „anerkannter Berater für deutschen Wein“ eröffnet.