Studenten aus Ludwigsburg drehen Kurzfilm am Breitenauer See

Obersulm  "Ruhe bitte, wir drehen!" - Was ist da los am Breitenauer See in Obersulm? Ein komplettes Filmteam der Filmakademie Ludwigsburg hat sich am Steg eins eingefunden und zieht neugierige Blicke auf sich.

Von Amelie Hofmann

Kurzfilmdreh am Breitenauer See

Kamera läuft: Blumenmädchen Elsa ( Elisa Schlott ) verliebt sich im Streifen der Filmakademie Ludwigsburg unsterblich.

Foto: Guido Sawatzki

 

Drei voll beladene Kleinlastwagen und ein Kran gehören zum Equipment der Crew. Zahlreiche Autos und rund 30 Studenten plus Helfer ergänzen das Set für den Dreh des Kurzfilms "Der Schwarm".

Liebesgeschichte

Was das Ganze mal wird? "Eine skurril-märchenhafte Liebesgeschichte", sagt Producer Charles Breitkreuz (24), der bereits seit 2011 an der Filmakademie studiert. Und die geht so: Bienenjunge Peter und Blumenmädchen Elsa verlieben sich unsterblich ineinander. Peter wird von unsichtbaren Bienen verfolgt, die Elsa in Papierblüten einzuschließen versucht. Fantasiewelt und Realität treffen aufeinander.

Aus Berlin sind die preisgekrönten Schauspieler Florian Prokop (Haus Anubis) und Elisa Schlott (Spieltrieb) für die Hauptrollen angereist. Sie stecken in bunten Ganzkörperanzügen aus Gummi, mit übergroßem Helm. Die Kleidung soll an Imkerkostüme erinnern. Insgesamt verbringt Prokop alias Peter über 30 Stunden in diesem Outfit. Später müssen die beiden damit auch noch in den See springen. Dafür ist eine Rettungsschwimmerin der DLRG vor Ort dabei.

Regieassistentin

Franziska Brändle mahnt zur Ruhe. Doch es geht nicht ohne Zwischenfälle ab, gleich am ersten Drehtag. "Da saß so ein Betrunkener auf der Bank", erzählt Johannes Kunz, Tonmeister und Sounddesigner. "Er kippte dann plötzlich um, und wir mussten gleich einen Krankenwagen rufen."

"Motivgeber", wie es beim Film genannt wird, ist der Wasserverband Sulm. Dieter Bopp vom Fischerverein Breitenauer See hat bereits früh am Morgen zusammen mit der Crew die Stege hergerichtet. Er ist begeistert: "Etwas Derartiges habe ich hier noch nie erlebt."

Dann heißt es: "Umbau auf Ransprung". Alle eilen zum Steg, wo Florian Prokop im gelben Anzug mit den Füßen im Wasser baumelt. Regisseur Clemens Roth ist zufrieden: "Ein wahnsinnig gutes Team. Ich brauche mich um nichts kümmern, alles läuft wie am Schnürchen."

Allerdings ist das nicht immer so. Einen Film zu drehen, bedeute höchste Flexibilität, erläutert er. "Man kann eine Szene Ewigkeiten mühselig und mit viel Liebe bis ins Detail planen, nur um im nächsten Moment alles wieder umzuschmeißen."

Für einen glatten Ablauf sorgt natürlich auch ein wolkenloser Himmel. "Wir wecken uns morgens mit der Wettervorhersage", scherzt Producer Helena Hofmann (22), die aus Obersulm stammt. An diesem Tag ist es windig, mit einer Regenwahrscheinlichkeit von 96 Prozent - der Guss bleibt aus. Um 20 Uhr ist Drehschluss.

Sponsoren

Finanziert wird das Projekt durch die Filmakademie Baden-Württemberg, den SWR und zahlreichen Sponsoren. Eine Woche lang dreht die Crew in der Region und rund um Stuttgart. "Die konkreten Planungen haben vor vier Wochen begonnen", erklärt Charles Breitkreuz. Hofmann weiß: "Der Film soll circa zehn Minuten lang werden." Das heißt, nur rund eineinhalb Minuten Film werden an diesem Tag gedreht. Der Kurzfilm wird später im SWR-Fernsehen ausgestrahlt. Bis es soweit ist, wird jedoch einige Zeit vergehen. "Im Februar 2015 soll alles fertig sein", schätzt Charles Breitkreuz.

Wer jetzt schon neugierig ist, findet auf Facebook unter "Der Schwarm - AT" aktuelle Fotos und weitere Infos zum Film.