Ja zur Wein-Kooperation

Weinsberg  Weinsberg - Klein aber fein, so hat sich Grantschen in der Weinszene etabliert und einen Namen gemacht. Doch das Ziel, weiterhin in allen Punkten selbstständig zu bleiben, lässt sich nicht mehr realisieren.

Von Joachim Kinzinger

Ja zur Wein-Kooperation

Die Weine werden auch in Zukunft im Weinsberger Teilort ausgebaut.

 

Weinsberg - Klein aber fein, so hat sich Grantschen in der Weinszene etabliert und einen Namen gemacht. Doch das Ziel, weiterhin in allen Punkten selbstständig zu bleiben, lässt sich nicht mehr realisieren. "Wir müssen unseren Mitgliedern langfristige Zukunftsperspektiven aufzeigen", sagt Vorstandssprecher Michael Susset am Montag in Grantschen. Deshalb beginnt ab 1. September 2013 die Kooperation mit der Genossenschaftskellerei Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg.

Von einer "guten Lösung" spricht der Heilbronner Vorstandsvorsitzende Justin Kircher. Die Genossenschaftskellerei steigt sofort in die Geschäftsführung ein, übernimmt die technische Leitung und die operative Verantwortung. Traubenablieferung, Weinausbau, Lagerung und Barverkauf bleiben in Grantschen. Ebenso kehrt die WG wieder in die Württembergische Weingärtner-Zentralgenossenschaft in Möglingen zurück.

Im Interesse ihrer 163 Mitglieder, die 148 Hektar bewirtschaften, haben die Vorstandsmitglieder ihre Fühler nach Partnern im genossenschaftlichen und privatwirtschaftlichen Bereich ausgestreckt. Die räumliche Nähe zu Heilbronn passe, auch das Zukunftskonzept, betont Michael Susset. Mit dieser Lösung werde das Genossenschaftswesen in ganz Württemberg gestärkt, ist Justin Kircher überzeugt. Das Ziel heißt für Kircher: "Die Marke Grantschen weiter nach vorne bringen."

Der Heilbronner Geschäftsführer Karl Seiter verweist auf die Marktsituation, die Kooperation biete die Möglichkeit für Synergiepotenzial. Heilbronn strebt laut Seiter "kein Wachstum um jeden Preis an". Will aber die genossenschaftlichen Strukturen stärken. Das sei mit dem Grantschener Eintritt erreicht worden.

Die Geschäftsführung übernimmt Heilbronn in Personalunion, ebenso Logistik und Vertrieb. Auf eigenen Wunsch scheidet daher der Grantschener Geschäftsführer Torsten Kuhne Ende August aus. "Ich werde weiterhin in der Weinbranche tätig sein", sagt Kuhne.

In den 90er Jahren war Grantschen aus der Württembergischen Weingärtner-Zentralgenossenschaft in Möglingen ausgetreten. Jetzt ist WZG-Geschäftsführer Dieter Weidmann über den Wiedereintritt zufrieden: "Wir wollen die Position Grantschens im Lebensmittelhandel stärken."

Ja zur Wein-Kooperation

Der Heilbronner Vorstandsvorsitzende Justin Kircher (links) und der Grantschener Vorstandssprecher Michael Susset unterzeichnen den Vertrag.

Fotos: Kinzinger