Ein Jahr nach Vierer-Fusion sind Winzer zufrieden

Weinsberger Tal - "Wir sind wirtschaftlich sehr gut aufgestellt." Das ist nicht die einzig positive Nachricht, die Dirk Mosthaf ein Jahr nach der Fusion der Weingärtnergenossenschaften Löwenstein, Eberstadt, Willsbach und Eschenau vermeldet.

Von unserer Redakteurin Sabine Friedrich

Umsatzplus, Traubengeld stabilisiert

Geschäftsführer Dirk Mosthaf (links) und Kellermeister Joachim Stock schauen nach Lemberger-Trauben in einem Wengert am Eberfürst in Eberstadt.

Foto: Guido Sawatzki

Weinsberger Tal - "Wir sind wirtschaftlich sehr gut aufgestellt." Das ist nicht die einzig positive Nachricht, die Dirk Mosthaf ein Jahr nach der Fusion der Weingärtnergenossenschaften Löwenstein, Eberstadt, Willsbach und Eschenau vermeldet. Die Umfirmierung zu Winzer vom Weinsberger Tal sei von Mitgliedern wie Kundschaft sehr gut aufgenommen worden, so der Geschäftsführer. Die erhofften Einspareffekte hätten sich eingestellt, die Sortimentsstraffung ist auf den Weg gebracht, Mitglieder- und Flächenschwund seien gestoppt. "Die Stimmung ist positiv", stellt auch Kellermeister Joachim Stock fest.

Holprig

Der Start ist holprig gewesen. Erst im zweiten Anlauf haben die Löwensteiner als übernehmende Genossenschaft für den Zusammenschluss gestimmt. "Wenn man sich so umhört, sind unsere Mitglieder mit der Entwicklung sehr zufrieden", beobachtet Stock. "Wir stehen jetzt da, wo wir sie haben wollen", meint Mosthaf zur Genossenschaft. Die wichtigste Nachricht für die Mitglieder: Das Traubengeld habe sich stabilisiert. Pro Abrechnungseinheit hätten die Willsbacher, Eberstädter und Eschenauer "deutlich mehr", die Löwensteiner mehr als 2010 erlöst.

"Wir haben nichts verloren, den Stand der Rebfläche bei der Fusion halten können", entgegnet Mosthaf den Skeptikern, die für 2012 einen gewaltigen Schwund prognostiziert hätten. Die WG hat jetzt rund 790 Mitglieder, 430 Hektar Weinberge. Der Betriebswirt gibt aber zu, dass die Fusion einige Jahre früher besser gewesen wäre - Württembergs Weinbaupräsident Hermann Hohl hat das schon vor vielen Jahren empfohlen. Weil die Traubengeldleistungen höher gewesen wären, die Flächenabwanderungen geringer, erklärt Mosthaf und nennt das Beispiel Willsbach. Um die Jahrhundertwende noch mit etwa 210 Hektar Fläche ausgestattet, seien es jetzt 71 Hektar.

1,3 Prozent Umsatzplus zum 30. Juni, 0,3 Prozent mehr beim Absatz, damit stünden die Winzer vom Weinsberger Tal - "die größte der kleinen Genossenschaften" - in Württemberg gut da. Beim Jahresergebnis soll der Umsatz um drei bis vier Prozent zulegen.

Mittlerweile tragen 28 Weine das neue Etikett mit dem goldenen Löwen und den vier Sternen. Zu den Serien Noblesse und Rebsortenlinie (ehemals Löwenstein) sowie Carpe Momentum und Junge Linie (ehemals Eberstadt) kommt im Herbst ein Premiumsegment mit Barrique- und Eisweinen, Auslesen und Merlot hinzu.

Personal

Einsparungen im sechsstelligen Bereich hat die Fusion laut Mosthaf bereits gebracht, durch die Schließung des Lagers der aufgelösten Weinvertriebsgesellschaft in Weinsberg, der Kellerei in Willsbach sowie die Vereinfachung der Verwaltung. Zwölf Mitarbeiter sind entlassen worden. "Wir haben jetzt die Personalstärke, die wir uns vorstellen", sagt der 35-Jährige zu den aktuell 36 Beschäftigten.