Ängste und Ungewissheit

Wüstenrot  Wüstenrot - In Neuhütten haben Anwohner schon Unterschriften gesammelt gegen die Erweiterungspläne des Hauses Tabor. Nun haben Wüstenroter aus dem Wohngebiet Neubruch nachgezogen, denn die Eingliederungshilfe für Suchtkranke soll im früheren Hotel am Spatzenwald in ihrem Teilort einen geeigneteren Standort finden.

Von unserer Redakteurin Sabine Friedrich

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Der untere Teil des Geländes ab der Bankreihe könnte als Flugbereich für die Greifvögel erhalten bleiben. Das gilt auch für die Volièren (hinten rechts).

Foto: Sabine Friedrich

Wüstenrot - In Neuhütten haben Anwohner schon Unterschriften gesammelt gegen die Erweiterungspläne des Hauses Tabor. Nun haben Wüstenroter aus dem Wohngebiet Neubruch nachgezogen, denn die Eingliederungshilfe für Suchtkranke soll im früheren Hotel am Spatzenwald in ihrem Teilort einen geeigneteren Standort finden.180 Bürger sorgen sich aber auch um die Greifvogelanlage im Garten des Areals.

Deren Zukunft ist ungewiss. Ob die Betreiber der Kompromisslösung zustimmen? Das ist unklar. Alle Parteien wollen zwar einen Interessenausgleich. Für die Bürger ist es schwierig, in der komplexen Angelegenheit noch den Durchblick zu wahren. Nur knapp 25 Wüstenroter sind am Montag zum Infoabend von Bauherr Thomas Zeller gekommen. Rede und Antwort stehen auch Bürgermeister Heinz Nägele und Martha-Maria-Vertreter.

Seit Monaten laufen die Gespräche, jetzt drängt die Zeit. Bis 15. Juni muss sich das Ehepaar Wiesinger entscheiden, ob es den neuen Pachtvertrag - der alte wurde zum Jahresende gekündigt - unterschreibt. Ihre Greifvogelwarte soll im unteren Teil des Gartens mit den Volièren bestehen bleiben, auf der angrenzenden Wiese wäre Platz für Freifluggelände, Toiletten und Workshop-Hütte. Eine zeitlich machbare Stufenlösung und ein finanziell deutlich geringerer Aufwand, betont Bürgermeister Heinz Nägele.

"Ich weiß nicht, was passiert", ist Constanze Wiesinger - sie und ihr Mann sind am Montag verhindert - ratlos. "Wir sehen hier so gut wie kein Land", beklagt sie. Der neue Pachtvertrag mit der Martha-Maria-Seniorenhilfe gGmbH Nürnberg sichere ihre Anlage nicht, da die Kündigungsfrist nur sechs Monate betrage. Weiteres Hindernis für die Greifvögel: der angrenzende Hochseilgarten. "Herr Bartscher will 10 000 Euro von uns, dass er geht", sagt Wiesinger.

Robert Bartscher, Geschäftsführer von Human Tools, bestreitet vehement: "Es ist falsch, wenn jemand behauptet, dass ich Geld haben will." Er sei gar nicht betroffen, er habe einen Pachtvertrag.

Das High-Rope-Gelände ist am Montagabend unter den Bürgern kein großes Thema. Die Bewohner des Hauses Tabor sind es hingegen schon. "Laufen die Leute auch hier rum?" "Die Kinder spielen alle im Wald. Die kann man dann nicht mehr sausen lassen." "Der Wert unserer Häuser geht runter." Thomas Zeller beruhigt: "Die Bewohner tun niemanden was. Sie müssen keine Angst haben." In den 30 Jahren in Neuhütten sei nie etwas Erwähnenswertes passiert. Die chronisch Abhängigkeitskranken seien trocken, wenn sie aufgenommen werden. "Es gibt fast keine Rückfallquote", versichert Zeller.

Bürgermeister Nägele bestätigt das. Die Bedenken von Ortschafts- und Gemeinderat hätten sich nicht auf die Bewohner bezogen. Gegen die Erweiterung in Neuhütten habe ein neuer Langbau in der Hanglage am Naturfreundeweg gesprochen. Einen solchen "Klotz" möchte eine Wüstenroterin aber am Panoramaweg, der am Spatzenwald vorbeiführt, auch nicht haben. "Das ist ein Einschnitt in die Landschaft."