"Praktiker mit Ideen" plant den Neuanfang

Wahlporträt zur Weinsberger Bürgermeister-Wahl (Teil 8/Schluss) - Manfred Renz empfiehlt sich als Fachmann

Von Joachim Kinzinger

Das Jahr 2003 hat Manfred Renz abgehakt, die Niederlagen scheinen verdaut. Zunächst scheiterte Renz bei der OB-Wahl in Reutlingen. Dann verlor der Schultes die Heimwahl in Bad Herrenalb nach der ersten Amtsperiode mit 35 Prozent. "Das war kurz ernüchternd", sagt Renz nachdenklich. 250 Stimmen hatten gefehlt. Bürgermeister müssten eben ihren Kopf hinhalten. Er unterlag dem von einem konservativen Bündnis getragenen Bewerber. Die Wähler hatten ihm auch die OB-Kandidatur übel genommen.

Trübsal blasen - das kam für Renz nicht in Frage. "Wir verankern uns wieder neu", hieß die Devise in der Familie. Er ist mit Lisa Renz verheiratet. Das Paar hat drei Kinder: Hanna (18), Philipp (15) und Martin (8).

Über Bekannte aus Heilbronn wurde der 51-Jährige auf Weinsberg aufmerksam. Es schaute sich die Stadt genau an, ging auf die Burg, führte Gespräche. Die "gute Atmosphäre" und der "offene Geist" motivierten ihn zur Kandidatur.

Renz verweist auf seine Erfahrung in vielen Bereichen: Studium für Geographie sowie Raum- und Entwicklungsplanung, wissenschaftliche Arbeiten über Stadtentwicklung, Projektleiter zum Aufbau eines Kultur- und Nachbarschaftszentrums beim Treffpunkt Eningen.

1984 stieg Renz in die Kommunalpolitik als Gemeinderat in Eningen ein, wurde Kreisrat im Landkreis Reutlingen, schaffte 1992 als Abgeordneter der Grünen den Sprung in den Landtag. Sein Schwerpunkt: Wirtschaftspolitik. "Mein Herz schlägt für das Kommunale", so begründet Renz die BM-Kandidatur 1996 in Bad Herrenalb.

Er sei nicht nur mit dem Rathausgeschäft vertraut, sondern kenne sich in vielen anderen Bereichen aus. "Mit diesem Profil trete ich an." Seinen Führungsstil beschreibt Renz mit den Worten "kooperativ und entschieden". In den nächsten Jahren müssten die Städte die Stellschrauben neu justieren. Wirtschaftliches Denken, Ausgabendisziplin, eine effiziente Verwaltung und den "Leistungsgedanken mehr in den Vordergrund rücken" seien das Gebot der Stunde.

BM-Wahlen sind für ihn "klassische Persönlichkeitswahlen". Darauf baut der 51-Jährige. Sein Wahlkampf ist eine Mischung aus Hintergrundgesprächen, Wahlversammlungen und Kontakten auf dem Wochenmarkt. In seiner Freizeit fährt Renz gerne Rad, spielt Tennis, liest gerne historische Biografien. Zurzeit kann er das Racket nicht schwingen: Der Armbruch nach einem Fahrradunfall im Sommer ist immer noch ein Handicap.