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Stadtbahn nimmt weiter Fahrt auf

Tausende nutzten gestern kostenlose "Schnupperfahrten" - 2005 stehen wichtige Entscheidungen an

Von Joachim Friedl
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Lesezeit 1 Min
 

 Foto: Hst-Grafik
Angetan über das, was im vergangenen Jahr an Stadtbahn in Heilbronn vollendet wurde, zeigten sich bei den gestrigen Fahrten die sonntäglichen Freizeit-Pendler, überwiegend Familien mit Kindern. Die Kommentare lauteten: "toll", "sehr gelungen", "weiter so".

Damit wie berichtet am 12. Dezember 2005 die Stadtbahn von Heilbronn bis Öhringen-Cappel fahren kann, muss noch eine Menge Geld in die Hand genommen werden. 77 Millionen Euro fließen in Infrastrukturmaßnahmen. Dies sind zehn Millionen weniger als ursprünglich geplant. Auf Drängen von Bund und Land verzichtete das Eisenbahnbundesamt auf einen Gleiswechselbetrieb und teure Unterführungsbauwerke entlang der Strecke. Um den Takt halten zu können, müssen zehn weitere Stadtbahn-Fahrzeuge gekauft werden. Preis: 30,2 Millionen Euro.

Auf Hochtouren angelaufen sind mittlerweile die Planungen für die Nord-Süd-Stadtbahnverbindung. "Um in den Genuss der vom Bund ab 2006 zugesagten Raten zu kommen, müssen wir zügig eine konkrete Entwurfs- und Kostenplanung erstellen", steckt Alfred Krüger, bei den Stadtwerken Heilbronn zuständig für das Stadtbahn-Projekt, die nächsten Schritte ab. So soll bereits in der ersten Sitzung des neuen Jahres am 20. Januar der Heilbronner Gemeinderat über die Trasse nach Bad Friedrichshall abstimmen.

Zur Diskussion stehen als Streckenmöglichkeiten ein mittellagiger oder ostseitiger Verlauf auf der Allee. Weiter geht es durch die Weinsberger-, Paulinenstraße, unter dem Sülmertor hindurch zum Industrieplatz mit Geradeausführung in der Austraße bis zur Autobahnbrücke oder vorherigem Abzweig in die Hans-Rießer-Straße Richtung Neckarsulm.

Umfallen konnte man in den Stadtbahnen nicht. Vor allem zwischen 15 und 16 Uhr waren die Züge auf ihren Fahrten vom Hauptbahnhof bis zum neuen Haltepunkt "Pfühlpark" brechend voll. Vor allem viele Familien mit Kindern nutzten das Angebot , zum Nulltarif S-Bahn fahren zu können.  Foto: Foto: Dittmar Dirks
Nach Süden verläuft die Stadtbahntrasse bis Lauffen auf der DB-Strecke. Haltepunkte sollen im Bereich der Zabergäustraße in Böckingen und beim alten Bahnhof in Klingenberg eingerichtet werden. Auf der alten Bottwarbahnstrecke geht es dann von Lauffen bis Zaberfeld. Um dieses Stück Stadtbahn-tauglich zu machen, werden rund 30 Millionen Euro benötigt.

Im Jahr 2000 haben Stadt und Landkreis ein ÖPNV-Konzept verabschiedet. Ziel ist, dass bis 2010 die Stadtbahn in West-Ost- und Nord-Südrichtung fährt. "Damit wäre die westliche Region Heilbronn-Franken bestens nach Stuttgart und in den Rhein-Neckar-Raum nach Heidelberg und Mannheim angebunden", freut sich Krüger schon heute.

 

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