Dagenbach droht Partei-Ausschluss

Der Heilbronner REP-Kreisvorsitzende Alfred Dagenbach ist seines Amtes enthoben und soll aus der Partei ausgeschlossen werden.

Von Gerd Kempf

Dagenbach droht Partei-Ausschluss

Alfred Dagenbach (57)

Kein anderer im Unterland verkörpert die Partei der Republikaner wie Alfred Dagenbach. Seit 1989 gehört er ununterbrochen als Vorsitzender der REP-Fraktion dem Heilbronner Gemeinderat an, seit 1993 ist er Kreisvorsitzender, von 1996 bis 2001 war er Landtagsmitglied.

Wie Dagenbach gestern auf Anfrage bestätigte, ist er seiner Ämter enthoben und ein Parteiausschluss-Verfahren gegen ihn eingeleitet worden. Der Grund: "Majestätsbeleidigung".

Nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hatte Dagenbach ("Jetzt werden wir sogar schon von der NPD überholt") erzürnt in seinem innerparteilichen Informationsdienst den Rücktritt des Bundesvorsitzenden Dr. Rolf Schlierer, der stellvertretenden geschäftsführenden Bundesvorsitzenden Uschi Winkelsett und des bayrischen Landesvorsitzenden Johann Gärtner gefordert - wegen "nachhaltiger Erfolgslosigkeit".

Die "wutschäumende Reaktion" darauf sei der in einer Präsidiumssitzung durchgesetzte Amtsentzug und das Parteiausschluss-Verfahren gewesen. Dagenbach hat dagegen Widerspruch eingelegt und wartet den Ausgang gelassen ab. Denn er weiß, dass der Landesverband mit dieser Attacke gegen ihn unzufrieden ist, zudem stehe der Heilbronner Kreisverbands-Vorstand "voll hinter mir". Das Amt als Kreisvorsitzender übt derzeit sein Stellvertreter Dr. Christian Haellmigk aus.

An seiner an den Bundesvorstand gerichteten Rücktrittsforderung hält er nach wie vor fest. Rolf Schlierer sei "der Ruf eines zweiten Haider vorausgeeilt", im Gegensatz zum österreichischen Erfolgsmodell aber sei es bei den Republikanern seit 1994 stets rückwärts gegangen: "Mit jeder Wahl ist es schlechter geworden, bis wir 2001 auch noch in Stuttgart aus dem baden-württembergischen Landtag rausgeflogen sind."

Die Schuld daran gibt Dagenbach in erster Linie Schlierer, der "alles an sich gezogen" habe.

Um nicht in diesen Abwärts-Sog zu geraten, habe sich der rund 80 bis 90 Mitglieder starke Heilbronner REP-Kreisverband schon bei der letzten Europawahl und bei den Kommunalwahlen "völlig abgekoppelt" und damit Erfolg gehabt.

Aus Sicht von Dagenbach ist seine Rücktritts-Forderung ein ganz natürlicher Vorgang. Jede Parteiführung müsse sich einer Bilanz stellen, denn schließlich wolle man ja "zugunsten der Bürger, die völlig unzufrieden sind, etwas bewegen". Sonst, so Dagenbach, "hätte ich ja auch zum Roten Kreuz oder sonstwohin gehen können".