Czernuska: Keine dritte Amtszeit als Heilbronner Landrat

Der 24. September 2005 ist der letzte Arbeitstag des ehemaligen Bad Wimpfener Bürgermeisters - Der 61-jährige ist seit 15 Jahren Kreischef

Von Iris Baars-Werner

<p>Klaus Czernuska wird auf eine dritte Amtszeit verzichten. (Foto: Kugler)</p>

Klaus Czernuska wird auf eine dritte Amtszeit verzichten. (Foto: Kugler)

Für den Bad Wimpfener, der seit 15 Jahren als Nachfolger von Otto Widmaier den Landkreis Heilbronn führt, stand die Entscheidung schon seit geraumer Zeit fest. Da Klaus Czernuska jedoch bisher eisern schwieg, waren Spekulationen über die Zukunft des jetzt 61-Jährigen Tür und Tor geöffnet. Lange Zeit schien klar, dass der agile und jugendliche Kreischef, ein vierfacher Familienvater und mehrfacher Großvater, ab September 2005 seinen Ruhestand aktiv genießen will.

Doch mit der baden-württembergischen Verwaltungsreform kam die Zäsur: Klaus Czernuska machte keinen Hehl daraus, dass er die Eingliederung von Landesbehörden in die Kreise als große Herausforderung und Chance zur Stärkung der Landkreise begriff. Beobachter wollten ab diesem Moment immer mehr Zeichen dafür erkennen, dass der im Sudetenland gebürtige Christdemokrat als Landrat weiter macht.

"Ich bewerbe mich nicht mehr", erklärte Czernuska gestern nachmittag dem verdutzten Kreistag im Anschluss an seine Haushaltsrede für das Etatjahr 2005. Der Hauptgrund: Die Landkreisordnung hat für Landräte 65 als Altersgrenze gesetzt - im Gegensatz dazu dürfen (Ober)Bürgermeister bis 68 amtieren.

Wenn am 24. September 2005 Czernuskas zweite Amtszeit als Landrat endet, ist der frühere Bad Wimpfener Bürgermeister 62 Jahre alt. Gerade mal drei von acht Amtsjahren blieben ihm dann noch - zu "eingeschränkt" empfindet Czernuska diesen Zeitraum. Und so will er den Weg frei machen für einen "Jüngeren mit neuen Gedanken". "Mir ist wichtig, dass dieser Landkreis auch in Zukunft die Nase vorn hat im Wettbewerb mit anderen, dass er sich nach vorn bewegt und weiterentwickelt", erklärte Czernuska.

Mit seiner frühen Ankündigung hätten nun die Kreistagsfraktionen Zeit, geeignete Nachfolgekandidaten zu suchen. Czernuska war im Juli 1989 im ersten Wahlgang gewählt worden. Der unterlegene Mitbewerber hatte damals unumwunden zugegeben: "Czernuska passt wie ein Brillant auf die Fassung des Landkreises."