Zufriedene Patienten vergeben die Note 1,4

3500 Patienten haben einen langen Fragebogen ausgefüllt und den vier Unterländer SLK-Kliniken ein gutes Zeugnis ausgestellt

Von Ulrike Bauer

Zufriedene Patienten vergeben die Note 1,4
Bestens betreut von den Schwestern Margret Gwosdz und Olga Schlothauer fühlt sich auch Gesundbrunnen-Patientin Annegret Kübler. (Foto: Dirks)
 Wo stehen wir? Wo hakt es? Trägt unser Qualitätsmanagement Früchte? Wie zufrieden sind unsere jährlich 55 000 stationär behandelten Patienten mit uns? Zusammen mit der Uni Mannheim hat die SLK-Leitung einen Patienten-Fragebogen entwickelt: 129 mal sollten sie die Noten 1 bis 5 vergeben (sehr zufrieden bis sehr unzufrieden) oder Fragen mit „ja, eher ja, teils-teils, eher nein oder nein“ beantworten.

10 000 Patienten bekamen ihn in den Monaten Januar und Februar am Ende ihres Aufenthalts präsentiert, 3500 machten sich die Mühe - das gilt bei Wissenschaftlern als sehr gute Rücklauf-Quote.

Selbst formulierte Kommentare, Erlebnisse, Kritik und Verbesserungsvorschläge waren ausdrücklich erwünscht und wurden auch zuhauf geliefert. Ein Beispiel aus dem Fragenkomplex „Aufnahme in die Klinik“: Beklagt wurden da zu wenig und zu teure Parkplätze, zu wenig Kurzparkplätze am Eingang, schlechte Standorte der Taxis, irreführende Ausschilderung im Haus, zugige Eingangshallen vor allem im Gesundbrunnen.

Auch die medizinische Behandlung wird mit 1,4 benotet

Obwohl fürs Essen die Durchschnittsnote 1,7 herauskam, gab es hier viel zu meckern. Dasselbe gilt für die Ausstattung der Zimmer, an denen 39 Prozent der Antworten den etwas verändert oder verbessert haben möchten (Qualität des Betts, Farbgestaltung, Lichtverhältnisse, Temperatur, Sauberkeit). An Zusatzangeboten wünschten sich manche einen Geldautomaten, die Durchsetzung des Rauchverbots, einen Kinderspielplatz, eine Bücherecke oder einen Billardtisch.

Weil aber ein Krankenhaus zuerst einmal der medizinischen Behandlung kranker Menschen dient, beschäftigten sich die meisten Fragen mit diesem Komplex. Für die Qualität der medizinischen Behandlung gab es in allen vier Kliniken die Durchschnittsnote 1,45. Die Patienten fühlen sich von Ärzten und Pflegepersonal gut informiert (Note 1,7). Sie erlebten, dass sie selber Einflussmöglichkeiten haben (1,79) und stuften das Verhalten der Schwestern und Pfleger ihnen gegenüber mit der sehr guten Note 1,36 ein. Die Ärzte bekamen hier die Note 1,44. Die Einhaltung von Terminen (Röntgen, CT, EKG) wurde mit der Note 1,77 quittiert.

Auffällig sind die Abweichungen, wenn man die Noten aufgliedert nach Standorten. Die beiden kleinen und deshalb persönlicher wirkenden Krankenhäuser Möckmühl (100 Betten) und Brackenheim (130) bekamen durch die Bank um einige Zehntel bessere Noten. Schlusslicht war das 850-Betten-Krankenhaus Gesundbrunnen, gefolgt vom Plattenwald (422).

„Das tolle Ergebnis ist für unsere Mitarbeiter Lob und Motivation zugleich“, so Kliniksprecher Matthias Leers. „An Kritikpunkten werden wir arbeiten“, versprach er.