Tragisches Ende, bewegender Abschied

Großes Medieninteresse und viel Prominenz bei der Beerdigung von Daniela Kern in Heilbronn

Von Helmut Buchholz

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Die Familie und ihre Angehörigen schluchzen ihren Schmerz heraus. Für die Tränen gibt es kein Halten mehr. Lange Schlangen bilden sich vor der Aussegnungshalle des Heilbronner Hauptfriedhofs, wo der weiß-silbern schimmernde Sarg von Daniela Kern steht - umgeben von einem Meer von Blumen und Kränzen.

Rund 500 Menschen nahmen gestern Abschied von der in Heilbronn geborenen und aufgewachsenen Ehefrau des Star-Designers Otto Kern (54), die in der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Dana Kern wurde wie berichtet auf der Autobahn von einem Auto überrollt, nachdem sie fluchtartig ein Taxi verlassen und die Fahrbahn überquert hatte. Die Umstände dieses Unglücks sind immer noch ungeklärt. Der Staatsanwalt ermittelt und die Regenbogenpresse macht Schlagzeilen.

So tragisch ihr Ende war, so traurig und bewegend war ihr letzter Gang. "Ihr Tod wirft viele Fragen auf, noch größer ist der Schmerz über den Verlust", sagte der Heilbronner Pfarrer Michael Werner bei der Trauerfeier. "Vielleicht gibt es an Tagen wie diesen keinen Trost." Zusammen mit dem serbisch-orthodoxen Seelsorger Slobodan Miljevic, der Dana Kern, deren Familie aus Jugoslawien stammt, auch getauft hatte, gestaltete Werner die ökumenische Feier. Das "Ave Maria" erklang. Inge Kern, die Schwester des Witwers Otto Kern, kämpfte in ihrem Nachruf mit den Tränen und findet die Worte: "Danke für Deine Liebe und Großzügigkeit, Du warst die große Liebe meines Bruders und hast mich ihm wieder ein Stück näher gebracht."

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Viel Prominenz will Dana Kern auf ihrem letzten Gang nahe sein. Der Münchner Feinkost-Königs Gerd Käfer nebst Lebensgefährtin Uschi Ackermann. Ebenso der ehemalige Chef der Nobel-Marke Boss, Werner Baldessarini. Die Unesco-Botschafterin Ute-Henriette Ohoven und ihre Tochter Chiara, und, und, und . . . Nicht nur, dass diese Menschen, die man sonst nur in Boulevard-Magazinen sieht, diesmal höchstpersönlich in Heilbronn sind, macht diese Beerdigung so ungewöhnlich. Selbst Friedhofsmitarbeiter, die schon lange bei der Stadt angestellt und einiges gewohnt sind, sagen hinterher: "So etwas habe ich noch nicht erlebt."

Damit meinen sie nicht nur das enorme Medieninteresse. Die Kommunalverwaltung versuchte mit einem absoluten Fotografier- und Filmverbot auf dem Friedhofsgelände das Informationsbedürfnis auf ein pietätvolles Maß zu kürzen. Fünf Polizisten des Heilbronner Reviers und etliche Sicherheitskräfte der Stadt sollten das Verbot durchsetzen. Danas Sarg wurde zudem erst kurz vor Beginn der Beerdigung zum Friedhof gebracht, ebenso Otto Kern selbst, der die Aussegnungshalle begleitet von Body-Guards und Candy (25), seiner Tochter aus erster Ehe, durch einen Nebeneingang betritt. Doch schon am Abend des Tages vor der Beerdigung ignorierten einige Reporter das Fotografierverbot und sind kaum im Zaum zu halten. Unmittelbar vor der Trauerfeier führte die Polizei sogar einen Journalisten der Springer-Presse ab, der für sich Sonderrechte in Anspruch nahm.