Stadtplaner sollen wie Gärtner wirken

Heilbronn bekommt als bundesweit erste Kommune Grünmasterplan der Stiftung Lebendige Stadt

Von Kilian Krauth

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Über den Grünmasterplan informiert im Rathaus eine Ausstellung: OB Helmut Himmelsbach und Architektin Cornelia Müller. (Foto: Andreas Veigel)

Mit dem Gewinn einer von der Stiftung Lebendige Stadt initiierten Ausschreibung hat Heilbronn als erste Kommune in Deutschland einen Grünmasterplan erhalten, erklärte bei einem Festakt Stiftungsvorstand Michael Batz. Das ist ein gutes Omen für unsere Bundesgartenschau-Bewerbung , gab OB Helmut Himmelsbach mit Blick auf die noch im Herbst anstehende Entscheidung zu verstehen.

Entworfen hat den Plan die bekannte Berliner Landschaftsarchitektin Cornelia Müller, die etwa auch die Außenanlagen des Berliner Reichstags und des Kanzleramts gestaltet hat. Der GMP ist ein übergeordnetes Konzept für das gesamte städtische Grün und eine Ideensammlung von Maßnahmen, wie die Innenstadt zusätzlich an Attraktivität gewinnen kann: beispielsweise durch Stadtgrün, Spielgeräte, Platzgestaltungen sowie durch deren Vernetzung über grüne Ringe.

Der Tag der lebendigen Stadt gab auch eine Art Startsignal. So wurde an der Lohtorstraße, also mitten im Weindorf, eine temporäre Baumallee aufgestellt, die als grüner Finger für die Begrünung der Innenstadt werben und den Zugang zum Neckar markieren soll. Die Stiftung will für weitere Maßnahmen 100 000 Euro geben. Gerne dürfen auch Bürger und Sponsoren als Baumpaten fungieren.

Der Plan baut auf Ökologie, Soziologie und Historie auf und richtet sie als Leitfaden auf die Zukunft aus. Durch diesen Code Urbain soll das öffentliche und private Grün auch eine identitätstiftende Wirkung für Stadt und Bürger bekommen. Im Grunde schreibt der GMP das Heilbronner Grünleitbild weiter, aus dem bereits in den Vorjahren spektakuläre Grünprojekte erwuchsen, die etwa wie die Entente Florale für Aufsehen in der Fachwelt sorgten.

Wie wichtig der weiche Standortfaktor Grün für einen städtischen Organismus ist, tippte Katharina von Ehren an, die mit ihrer Baumschule, der größten Deutschlands, die Stiftung unterstützt.

Heilbronns Grünflächenamtsleiter Hans-Peter Barz zeigte sich als moderner Grün-Philosoph. Gärten seien heute wichtiger denn je: Nicht nur als Form, sondern als Haltung. Geist und Kultur des Gartens seien dadurch auch wesentliche Elemente moderner Stadtplanung, die Urbanisation und Humanisierung in Einklang bringen müsse. Barz prägte das Wort von der Stadt als Garten , also als Ort der Öffentlichkeit, der kommunalen Selbstdarstellung, aber auch der sozialen Kommunikation.

Die Ausstellung im Rathaus ist bis zum 22. September zu sehen: Eingang Lohtorstraße, 1. Stock, Lichthof. Montag bis Mittwoch 8.30 bis 17 Uhr, Donnerstag 8.30 bis 18 Uhr, Freitag 8.30 bis 13 Uhr.