Neuer Baubürgermeister heißt Hajek

Nachfolger von Frey bekommt 30 von 34 Stimmen - Kleine Parteien kritisieren Wahlverfahren

Von Kilian Krauth

Neuer Baubürgermeister heißt Hajek
Spätestens im August will der neue Heilbronner Baubürgermeister Wilfried Hajek (vorne) offiziell die Nachfolge von Ulrich Frey (hinten) antreten. Frey äußert sich über seine Zukunft Mitte Juni. (Foto: Dittmar Dirks)
 Amtsinhaber Ulrich Frey (SPD) wird offiziell am 14. Juni ausscheiden. Erst danach will sich der 58-Jährige Architekt über seine berufliche Zukunft äußern. Sein designierter Nachfolger wird spätestens im August ins Baudezernat an der Cäcilienstraße einziehen, sagte er.

Mit „besser als erhofft“ kommentierte Hajek das Votum des Ratsgremiums, in dessen Reihen drei der 40 Stadträte fehlten und vier an der geheimen Wahl aus Protest nicht teilnahmen. Anlass dazu gab eine Absprache, wonach die CDU das Vorschlagsrecht für das Bauressort bekam und SPD-Mann Harry Mergel dafür bereits vor einem Jahr zum Kultur- und Sozialdezernenten aufstieg.

Alfred Dagenbach (Rep) nannte dies eine „Pöstchenschacherei“, Karl-Heinz Kimmerle (Grüne) sprach gar von einem „zutiefst undemokratischen Verfahren“. Dagegen verwies der parteilose Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach, der auch an der Wahl teilnahm, auf die Gemeindeordnung. Danach dürfen sich die großen Fraktionen im Vorfeld einer Wahl auf Kandidaten verständigen. Wie gestern bekannt wurde, haben deshalb sechs andere Bewerber einen Rückzieher gemacht.

Abgesehen davon, dass die Grünen Aussagen zu Umwelt und Energie vermissten, kam die knapp 20-minütige Vorstellungsrede Hajeks bei Räten, Verwaltungsmenschen und kommunalpolitischen Beobachtern gut an.

Hajek, der seit 1998 Technischer Beigeordenter in Nürtingen ist und der erst im Dezember wieder gewählt worden war, begrüßte die Räte mit den Worten „die Sterne stehen gut“. Dies sei nicht zuletzt den baulichen und planerischen Leistungen seines Vorgängers zu verdanken - die er gerne fortführe. Hajek, der erst vor der Wahl in die CDU eintrat, wörtlich: „Auch wenn Herr Frey und ich parteipolitisch nicht die gleiche Präferenz besitzen, sind wir doch in unserer Profession verbunden und sprechen in der planerischen Grundüberzeugung die gleiche Sprache.“ Der Architekt nannte dabei drei Schlüsselworte: Qualität, Funktionalität und Ästhetik. Mit Blick auf Buga 2019 und neue Neckarvorstadt, aber auch auf den hohen Sanierungsbedarf in der City, sagte er dem Oberzentrum einen „enormen Wandel“ voraus.

Um Heilbronn, wie es im Stadtentwicklungsplan 2020 heißt, zu einer „familienfreundlichen Stadt zum Leben und Wohlfühlen“ weiterzuentwickeln, müssten zunächst die Grundbedürfnisse von Bürgern und Wirtschaft beachtet werden.

Nach einem Rundgang durch die City plädierte Hajek für ein „qualitätsvolles Facelifting“ an Nachkriegsbauten und öffentlichen Räumen. Er will hierfür auch Bürger gewinnen. Zur Lösung der Verkehrsprobleme warnte Hajek vor „ideologischer Haarspalterei“. Lächeln erntete der gebürtige Oberbayer mit der Aussage, er wünsche sich einen „spurtreuen Gemeinderat“.