Mit neuer Perspektive zur Insel-Spitze

Adolf-Cluss-Brücke mit Steg über die Floßgasse komplett montiert - Einweihung Anfang November

Von Joachim Friedl

Mit neuer Perspektive zur Insel-Spitze
Mit vereinten Kräften wird das zehn Tonnen schwere und neun Meter lange Mittelstück des Floßgassen-Stegs eingehoben. (Fotos: Andreas Veigel)

 

Um sieben Uhr rückten die zehn Brückenbauer und Kranspezialisten an, um die 33 Meter breite Lücke zwischen der nördlichen Spitze der Hefenweiler-Insel und dem Hagenbucher-Terrain zu schließen. Als erste am Haken hingen die beiden zwölf Meter langen äußeren Teile der Brücke. Nachdem sie eingesetzt waren, wurde das neun Meter lange Mittelteil vorsichtig eingehoben.

Dieses rund zehn Tonnen schwere Mittelstück ist so konstruiert, dass man es bei Schiffsverkehr mit einem Autokran herausheben kann. „Auf eine Hubbrücke hat die Stadt aus Kostengründen verzichtet“, erklärt Diplomingenieur Johann Engländer. Allerdings sei das Mittelteil technisch so vorbereitet, dass man es nachrüsten und dann per Knopfdruck hochfahren lassen kann, so der Leiter der Abteilung Brückenbau beim städtischen Amt für Straßenwesen.

Getragen wird der Steg von zwei Doppelpfeilern. „Er steht praktisch auf vier Füßen, damit er nicht wackelt. Das ist wie bei einem Tisch“, beschreibt Johann Engländer einen Teil der angewandten Brückenmontagetechnik. Der erste Steg, 52 Meter lang, ruht auf zwei Widerlagern und zwei Flusspfeilern.

Die gesamte Adolf-Cluss-Brücke ist eine dreifeldrige Hohlkastenkonstruktion und besteht ausschließlich aus hochwertigem Stahl. „Nur dadurch konnten die Architekten das Brückenbauwerk derart filigran herstellen, dass es fein und fast schon unauffällig in die idyllische Umgebung passt“, schwärmt Engländer. Allein die so genannte drei Meter breite „Gehbahn“ ist nur zehn Millimeter stark.

Bis zur Einweihung der Adolf-Cluss-Brücke Anfang November werden die Geländer installiert, die Gehfläche erhält einen rutschfesten Dünnschichtbelag und es wird die Brückenbeleuchtung angebracht. Dabei handelt es sich um attraktive LED-Leuchten und Akzentlichter auf Lichtfaserbasis.

Die Aufwendungen für die beiden Brückenteile belaufen sich nach Angaben des Amtes für Straßenwesen auf 740 000 Euro. In die Umgestaltung der nördlichen Inselspitze mit der Sumpfzypresse und Sitzmöglichkeiten am Neckar im Mittelpunkt wurden 245 000 Euro investiert. Für die Brückenbeleuchtung und die Baunebenkosten fallen weitere 555 000 Euro an. In der Summe kostet die Adolf-Cluss-Brücke somit 1,54 Millionen Euro.

Mit neuer Perspektive zur Insel-Spitze
Die Adolf-Cluss-Brücke, das letzte Teilstück noch am Kranhaken, verbindet die Innenstadt über die Hefenweiler-Insel mit dem Hagenbucher-Museum.