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Ein englischer Park für Sontheim

2013 ist Jubiläumsjahr - SOK will den Stadtteil selbstbewusster machen

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Ein englischer Park für Sontheim
Unübersehbar: Es tut sich was in Sontheim-Ost. Der Jörg-Ratgeb-Platz wird umgebaut. Am nächsten Dienstag soll dort der Supermarkt eröffnet werden.Fotos: Gertrud Schubert

Heilbronn - Das Ackermann-Tor steht. Was ist das nächste Projekt? Gertrud Schubert fragte die Vorstände Wolfram Rudolph, Peter Kasparek und Martin Pfeiffer vom Sontheimer Offenen Kreis (SOK). Der will den Stadtteil optisch aufwerten und das Bewusstsein der Sontheimer für ihren Teilort stärken. 2013 ist Doppeljubiläum: erste Erwähnung des Ortes vor 825 Jahren und 75 Jahre Eingemeindung.

Ist Sontheim Stiefkind der Stadt?

Wolfram Rudolph: Ja und nein. Hier kann man sehr gut leben, hat sehr hohe Wohnqualität. Auf der anderen Seite aber hat Sontheim so gut wie kein politisches Gewicht. Das liegt an der Zwangseingemeindung 1938. Im öffentlichen Bewusstsein kommt Sontheim quasi nicht vor.

Sind Sie neidisch, dass andere Stadtteile Bezirksbeiräte haben?

Peter Kasparek: Die Informationswege sind kürzer. Ortskartelle wie der SOK werden über die Gemeinderäte informiert. Es ist aber wichtig, dass der Weg kurz ist. Wir sind zwar nicht neidisch, aber die anderen haben indirekten Vorteil. Martin Pfeiffer: Ein Bezirksbeirat zum Stadtteil-Jubiläum wäre klasse. Kasparek: Die alten, 1938 eingemeindeten Stadtteile, sollen nicht länger benachteiligt werden.

2013 soll ein Festjahr werden?

Pfeiffer: Im Detail haben wir noch nicht darüber gesprochen. Es soll ein großes Jubiläumsjahr werden.

Sontheim soll noch schöner werden?

Rudolph: Wir wollen einen Bürgerpark, einen englischen Garten. Das Ackermann-Tor ist ein Signal: Hier ist der Eingang, komm herein. Kasparek: Der Alte Friedhof soll mit Bänken, Ruheplätzen, in der Botanik aufgewertet werden. Der Rasen soll sauber sein. Pfeiffer: Dass sich Senioren und Kinder hier wieder wohlfühlen, dass sie nicht in Scherben und Hundedreck spielen.

In Scherben spielen?

Pfeiffer: Die Leute sind nicht mal mehr am helllichten Tag reingegangen. An Wochenenden reisen Jugendliche mit dem Bus an, die Whiskeyflasche unterm Arm. Hinter der Hecke haben sie sich versteckt. Da wurde gekokst und gedealt. Das war ein Umschlagplatz. Jetzt aber ist die Hecke gelichtet und alles ist von der Staufenbergstraße her einsehbar. Kasparek: Neben dem Torbogen könnte man noch eine Skulptur aufstellen. Platzkonzerte könnten hier stattfinden, damit die Sontheimer den Platz wieder schön finden. Die Beleuchtung ist schon repariert. Pfeiffer: Das kann noch optimiert werden. Vielleicht kann auch der Saureiterbrunnen umziehen und hier integriert werden.

Was soll sich noch für Sontheim tun?

Rudolph: Uns mangelt es an Räumen für die Vereine. Die alte Staufenbergschule wäre als Bürgerhaus geeignet.

Und was wird aus der Alten Kelter auf dem Bau?

Pfeiffer: Die ist ein städtisches Gebäude. Da haben die Sontheimer nichts zu melden. Da sind zwar Vereine drin, aber es ist viel zu teuer. Kasparek: Einmal im Jahr bekommt jeder Verein bis zu sechs Stunden die Kelter kostenlos. Das ist uns zu wenig. Rudolph: Ein Bürgerhaus würde von einem Ausschuss, Verein oder vom SOK organisiert.

Was soll für Sontheim-Ost passieren?

Kasparek: Da passiert gerade was am Jörg-Ratgeb-Platz. Wir bekommen wieder eine zentrale Einkaufsstelle. Was mir als "Ostmann" von Sontheim auffällt: Sontheim-Ost und Altsontheim sind wie zwei Geschwister, die sich nicht besonders gut leiden können. Durch Veranstaltungen wie das Fest am Sonntag kann das Klima verbessert werden. Rudolph: Zum gleichen Termin könnte in einem Jahr Altstadtfest auf dem Bau, im anderen Jahr Bürgerfest im Park gefeiert werden. Der Alte Friedhof, der liegt den Leuten in Sontheim-Ost eindeutig näher. Kasparek: Wir planen einen Neujahrsempfang für alle Sontheimer am 17. Januar in der Alten Kelter. Pfeiffer: Der Staufenberg soll als Hausberg ins Bewusstsein. Mit dem ersten Staufenbergfest der Wengerter rund um den Staufenberg.

Ist das ein Traum'?

Rudolph: Es ist einen Vision. Kasparek: Wir wollen die Planung in Angriff nehmen. Rudolph: Dann sind Sontheim und Sontheim-Ost nicht auseinander.

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