Zukunft der Stadt liegt im Wohlgelegen

Heilbronn - Im Zukunftspark Wohlgelegen in Heilbronn entsteht derzeit eines der ambitioniertesten Ansiedlungsvorhaben für junge High-Tech-Firmen in ganz Süddeutschland.

Von Joachim Friedl

Heilbronn - Das orangefarbene W auf lindgrünem Hintergrund wirkt noch ein wenig fremd und ungewohnt. Doch schon bald soll dieses Symbol zum großen Erkennungszeichen mit großer Strahlkraft werden: Im Zukunftspark Wohlgelegen in Heilbronn entsteht derzeit eines der ambitioniertesten Ansiedlungsvorhaben für junge High-Tech-Firmen in ganz Süddeutschland. Das W steht für Wohlgelegen, ein 13 Hektar großes Gelände zwischen altem Neckar und der Hafenstraße, auf dem ein neues Stück Heilbronner Zukunft in den Bereichen Technik und Wissenschaft entsteht.

Die Arbeit boomt in diesem wachsenden Forschungs- und Gewerbepark. Sowohl hinter den Schreibtischen der aufstrebenden Unternehmen, als auch auf den umliegenden Baustellen. Mit hoher Schlagzahl baut der Konzern Bilfinger Berger im Auftrag der Stadtsiedlung Heilbronn GmbH und nach den Plänen des Architekturbüros Münzing ein Gebäude nach dem anderen. Das städtische Wohnbauunternehmen entwickelt auf dem ehemaligen Solvay-Areal den Zukunftspark.

Aufwind

Nach dem Spatenstich im September vor einem Jahr für das erste Gebäude und dem Einzug der Mieter AWS Group AG (Filtertechnologie), Novalung GmbH (Medizintechnik), DataGlobal GmbH (Daten-, Speicher- Informationsmanagement), Schwarzer GmbH (Medizintechnik) und der Seleon GmbH (Medizintechnik) steht ein Anbau mit 700 Quadratmetern Nutzfläche kurz vor der Fertigstellung. Noch im Dezember wird die AWS Group AG, das derzeit größte Unternehmen im Zukunftspark, dieses Nachbargebäude mit ihren Forschungs- und Entwicklungsabteilungen belegen. "Damit haben wir ideale Rahmenbedingungen, um unsere Marktchancen weiter auszubauen", sagt Vorstand Matthias Enzenhofer. 2010 wird das Unternehmen einen Umsatz von vier Millionen erreichen; kalkuliert worden war mit 2,8 Millionen Euro.

"Ein Beispiel dafür, wie die Hightech-Branche nach der wirtschaftlichen Flaute 2009 wieder im Aufwind ist", freut sich Robert an der Brügge über die aktuelle Entwicklung. Auf dem Höhepunkt der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise hatte der Geschäftsführer der Stadtsiedlung den Zukunftspark innerlich fast schon abgehakt.

Den Weg von Hamburg nach Heilbronn wird auch die Yxlon International GmbH finden. Das weltweit agierende Unternehmen entwickelt und produziert röntgenbasierte Systeme für die zerstörungsfreie Materialprüfung. Mit zwei zusätzlichen Mietern steht die Stadtsiedlung in Verhandlungen. Für diesen dann dritten Bauabschnitt wird derzeit das Fundament gegossen

Das Herzstück des Zukunftsparks wird das Wissenschafts- und Technologiezentrum (WTZ) werden. Wie berichtet, wird dieses Projekt mit 6,5 Millionen Euro gefördert. 4,9 Millionen stammen aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE), 1,6 Millionen Euro kommen vom Land Baden-Württemberg. An den ersten beiden von insgesamt drei Bauabschnitten wird bereits betoniert, gehämmert und Eisen gebogen. Ende 2011 sollen diese Gebäude übergeben werden. Zwei High-Tech-Firmen haben bereits Interesse am WTZ angemeldet.

Entwicklung

"Es wäre schön, wenn es so weiterginge", gibt sich Robert an der Brügge freudig-ungeduldig. Doch der Geschäftsführer der Stadtsiedlung weiß die Dynamik, die sich im Zukunftspark darstellt, sehr wohl zu schätzen. Entsprechend würdigt er den Zukunftsfonds Heilbronn (ZFHN) mit Thomas Villinger an der Spitze: "Hier wird viel Lokalpatriotismus an den Tag gelegt." Der ZFHN beteiligt sich an aufstrebenden High-Tech-Firmen unter der Bedingung, dass sie sich in Heilbronn ansiedeln. Die Innovationsfabrik gilt hier als Sprungbrett.

Voll des Lobes über den Zukunftspark ist auch Seleon-Geschäftsführer Harald Genger: "Hier, in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt, zeichnet sich eine sehr schöne Zukunft ab. Heilbronn gewinnt."


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