Zündelnde Kinder lösten offenbar den Brand aus

Nach Feuer im Ex-Freudenhaus

Von cf

Stück für Stück ein eigener Platz für junge Leute

Das ehemalige Feuerwehrmagazin Kupferzell soll zu einem Jugendhaus umgebaut werden. Jürgen Vogel stellte die Planung vor, von der die Räte grundsätzlich angetan waren, wenn auch noch einige Fragen offen sind. (Foto: Färber)

"Wir gehen von Kinderbrandstiftung aus", stellte Polizeisprecher Peter Lechner gestern auf Anfrage fest. Mehrere ältere Brandherde haben die Ermittler in dem viergeschossigen Gründerzeitbau von 1898 entdeckt. Mit Zeitschriften und Stoffresten sei dort Feuer gemacht worden. Zudem fand die Polizei aus Matten und Papier gebastelte Fackeln, die offenbar für Licht in dem Haus sorgen sollten. "Es gibt zudem Erkenntnisse, dass Kinder bereits öfter in dem Haus gesehen wurden", stelle Lechner fest.

Von fahrlässiger Brandstiftung geht die Polizei aus. Ins Haus zu gelangen muss offenbar über ein rückseitiges Fenster möglich gewesen sein. Das Gebäude ist laut Polizei zum Teil stark in Mitleidenschaft gezogen. Holzdecken musste die Feuerwehr zum Teil heraussägen, um an Glutnester zu gelangen, einige Mauerstücke mussten abgebrochen werden. Abbruchreif ist das Haus jedoch nicht. Nach vorsichtiger Schätzung geht die Polizei von 30 000 bis 40 000 Euro Schaden aus.

Zwei Investoren hatten das Haus und weitere Gebäude der früheren Rotlicht-Meile an der Sontheimer Straße im Sommer 2004 von der Stadt Heilbronn gekauft. Wie berichtet, wollen sie auch nach dem Feuer an ihren Plänen festhalten, dort ein Altenpflegezentrum mit 175 Plätzen zu errichten.