Weinpoet Hermann Able wird 80

Heilbronn - "Im Wengert kann ich seit anderthalb Jahren leider nicht mehr arbeiten", bedauert Hermann Able.

Weinpoet Hermann Able wird 80
Margret und Hermann Able verbindet mehr als Wein.Foto: Archiv/Maushake

Heilbronn - "Im Wengert kann ich seit anderthalb Jahren leider nicht mehr arbeiten", bedauert Hermann Able. Seine Stimme ist fest, der Geist klar. Und wenn der Weinliterat und Hobbyhistoriker an seinem Schreibtisch sitzt, scheint er ganz der Alte zu sein, allein den Füllfederhalter hat er mit der Tastatur vertauscht. Vor ihm liegt ein Gedicht. "Geschenk der Natur." Im Computer ist der Roman mit dem Titel "Johanniswein" reif, ausgedruckt zu werden. An diesem Sonntag wird der Jubilar wenig Zeit für den Schreibtisch haben. Hermann Able wird 80 und er feiert seinen Geburtstag standesgemäß mit der Familie und mit Freunden in der Heilbronner Wein-Villa.

Ein halbes Dutzend Bücher und unzählige literarische Weinkollegs machten den feinen Menschen aus der Ludwig-Pfau-Straße zu einem bundesweit bekannten und viel zitierten Poeten. Seine Zeilen wurzeln tief in der Erlebniswelt eines Weingärtners. 1930 als Spross der erstmals 1456 erwähnten Wengerterfamilie Able in der Karlstraße geboren, hat er schon mit neun Jahren ein Gedicht veröffentlicht. Dann kam der Krieg, der Vater starb, Hermann Able musste den Betrieb übernehmen, übersiedelte mit Ehefrau Margret in die Südstadt. Ans Dichten war erst wieder zu denken, als der Vater von vier Kindern das Weingut an Sohn Martin übertrug. In seinen Kollegs spannte er den Bogen von der Antike über die Bibel ins Mittelalter bis zu bekannten Köpfen.

Die Abende in seiner Weinstube waren ein Genuss, gerne mit Gastreferenten, oft im Duett mit Weinkönigin und Stadträtin Helga Drauz-Oertel. Dass der weise Herr stets auf Höhe der Zeit blieb, beweist die Homepage www.weinpoet.de. kra