Volksbank kauft an der Allee zu

Die leerstehende Bundesbankfiliale haben sie sich auch angeschaut – doch letztlich sich für die beiden direkten Nachbargebäude an der Allee entschieden: Die Volksbank Heilbronn hat die Grundstücke mit den Hausnummern 16 und 18 gekauft

Von Heiko Fritze

Das Haus der Volkshochschule im Unterland sowie das leerstehende Kino werden bald wohl verschwinden: Die Volksbank plant ein weiteres Gebäude.Foto: Andreas Veigel

Heilbronn - Die leerstehende Bundesbankfiliale haben sie sich auch angeschaut – doch letztlich sich für die beiden direkten Nachbargebäude an der Allee entschieden: Die Volksbank Heilbronn hat die Grundstücke mit den Hausnummern 16 und 18 gekauft. Das berichtet Vorstandssprecher Thomas Hinderberger.

Mit Bauarbeiten wird aber noch lange nicht begonnen. „Wir wollen damit unsere Entwicklungsmöglichkeiten sicherstellen“, erläutert der Vorstand. Von den 380 Mitarbeitern seien gerade mal 100 am Stammsitz an der Ecke Allee/Moltkestraße untergebracht. „Wir haben viele Funktionen noch dezentral organisiert“, sagt Hinderberger. So sitzen die Personalabteilung in der Filiale Neckarsulm, die Abteilung Zahlungsverklehr in Oedheim und verschiedene Marktfolgeabteilungen in Bad Friedrichshall, Bad Wimpfen und Heilbronn-Kirchhausen. „Wir müssen da immer Fahrzeuge zwischen den Filialen hin- und herschicken“, erzählt Hinderberger. „Das kostet alles viel Geld, aber noch funktioniert das.“

Im Dezember wurden die Kaufverträge unterzeichnet, nun beginnen zunächst einmal die Gedankenspiele: Was lässt sich auf den Grundstücken bauen? „Die Mietverträge laufen jedenfalls zunächst weiter“, versichert der Vorstand. Gespräche mit den Mietern fänden gerade statt. Unter anderem sind in den beiden Gebäuden ein Brautmodengeschäft, eine Apotheke, ein Imbiss und ein Reisebüro ansässig, außerdem eine Ballettschule und mehrere Privatwohnungen. „Die Bausubstanz ist allerdings so, dass wir bei einer Neunutzung um einen Abriss nicht herumkommen“, weiß Hinderberger schon jetzt.

Hinauslaufen werden die Gedankenspiele jedenfalls auf ein weiteres Verwaltungsgebäude, um die zentralen Aufgaben der Bank wirklich zentral zu gestalten. Im Stammhaus sei bereits jeder verfügbare Raum ausgenutzt, sagt der Vorstand. „Das Areal ist zusammengenommen so groß, dass wir dort alles Nötige darstellen können.“

Das direkte Nachbarhaus, in dem das Brautmodengeschäft ansässig ist, gehörte bislang einer Erbengemeinschaft. Das Kinogebäude war zuletzt in Besitz der Frankfurter Familie Jäger, die unter anderem auch das Europlex in Neckarsulm betreibt. Als die Volksbank-Vorstände sich das Bundesbank-Gebäude in der Moltkestraße anschauten, erkundigten sie sich auch nach der Verkaufswilligkeit bei ihren direkten Nachbarn, berichtet Hinderberger. „Wir hätten nie einfach so nachgefragt, wenn wir nicht vor dieser Entscheidung gestanden hätten. Das war einfach ein Glücksfall für uns.“ Für die Nachbar-Areale habe letztlich gesprochen, dass damit die Volksbank in einem Block angesiedelt sei.

Für die Allee bedeutet dieser Kauf eine Aufwertung, so der Vorstand. „Daran hat auch die Stadt ein Interesse.“ Die Bank könne nun „etwas Vernünftiges“ bauen, was auch zur Wachstumsstrategie passe. Im vergangenen Jahr war sie da recht erfolgreich, sagt Hinderberger: Nach vorläufigen Berechnungen stiegen die Bilanzsumme um 6,2 Prozent, die privaten Baufinanzierungen um 6,4 Prozent und die Kundeneinlagen sogar um 10,7 Prozent.